Fördergelder fließen - Der Wohnungsneubau floriert
Die meisten Ungarn sind Hausbesitzer

Jahrelang belegte Irland Platz eins der EU-Wohneigentumsstatistik. Seit Mai 2004 steht dort unangefochten Neumitglied Ungarn. Gut 90 Prozent des Wohnimmobilienbestandes sind dort im Eigentum ihrer Bewohner.

BUDAPEST. „Die ungarische Regierung hat auf radikale Privatisierung gesetzt, Mieter waren de facto gezwungen, ihre Wohnungen zu kaufen“, erklärt Wolfgang Klein, geschäftsführender Vorstand der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer (DUIHK). Plattenbauten an der Peripherie wurden ebenso in Eigentumswohnungen umgewandelt wie Jugendstilgebäude in bester Innenstadtlage. Niedrige Preise und eine bis ins Jahr 2003 andauernde üppige staatliche Förderung beflügelten die Kaufbereitschaft der Mieter. „Allerdings wurde versäumt, parallel ein angemessenes Wohneigentumsrecht zu installieren“, sagt Klein.

In den Straßen der Hauptstadt offenbaren sich die Folgen. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Wohngebäude auch heute noch in bestenfalls mäßigem Zustand, Fassaden und Dächer immer noch weitgehend unsaniert. Hier und da hat ein einzelner Eigentümer alte gegen neue Fenster ausgetauscht. „Die Instandhaltung des Gemeinschaftseigentums ist ein Riesenproblem“, bestätigt Antal Pólya, Geschäftsführer der Hochtief-Tochter HTP Hungaria. Als Hemmschuh erweist sich vor allem die Pflicht, Investitionen einstimmig zu beschließen. Überdies fehlt vielen Eigentümern das Geld für die Renovierung.

Weil noch immer Fördergelder fließen, floriert der Wohnungsneubau weiter. Nachdem die Fertigstellungszahlen Ende der 90er-Jahre zurückgegangen waren, ziehen sie seitdem wieder an. Im Jahr 2004 wurden in dem Land mit zehn Millionen Einwohnern rund 44 000 Wohnungen fertig gestellt. Die Kaufpreise pro Quadratmeter liegen in Budapest zwischen 1 060 Euro und 1 560 Euro und erreichen in der Spitze 2000 Euro. Doch das hohe Angebot drückt nun auf die Preise.

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