Folgekosten inzwischen bei durchschnittlich 27.000 Euro
Pfusch am Bau verursacht Milliardenschäden

Abenteuer Bauen: Wer saniert, einen Umbau plant oder ein komplett neues Haus, sollte auf der Hut sein. Bei Pfusch am Bau entstehen arglosen Häuslebauern inzwischen jährlich Schäden von gut 1,4 Milliarden Euro, wie jüngst eine Studie der Prüforganisation Dekra Real Estate ergab.

HB FRANKFURT. Die Zahl der Mängel schnellte danach innerhalb von zwei Jahren um fast 50 Prozent auf durchschnittlich 21 Problemstellen pro Neubau in die Höhe.

Verzweifelte Bauherren müssen dann bis zu 27.000 Euro allein fürs Nachbessern aufbringen. „Etwa zehn Prozent der Bausumme geht oft noch einmal für Folgekosten drauf“, lautet auch die Beobachtung von Eva Reinhold-Postina vom Verband privater Bauherren (VPB).

Die Fachleute der Dekra und der Bauherren-Schutzorganisation halten den Trend hin zum Schlendrian am Bau für verheerend. Eines der Hauptübel: Immer mehr Bauträger arbeiten mit unqualifizierten Subunternehmern, mit Billig-Bautrupps und mangelhaft ausgebildeten Handwerkern, wie Postina betont. „Das Problem drückt schlimmer denn je.“

Die Billig-Arbeiter bieten ihre Dienste zwar weit unter den üblichen Marktpreisen an, liefern aber häufig auch nur minderwertige Arbeit ab - meist unabhängig davon, ob es sich um das klassische Architektenhaus oder ein schlüsselfertiges Objekt handelt. „Die Qualität der Leistungen auf deutschen Baustellen ist in den vergangenen Jahren keineswegs besser, sondern noch schlechter geworden“, bemängelt auch Bernd Steisslinger, Geschäftsführer der Dekra Real Estate.

Was der kleine Bauherr dann am Ende finanziell ausbaden muss, ist aber nicht allein die Schlamperei schlechter Handwerker, betont Dirk Weinsheimer, Bauexperte der Verbraucherzentrale Thüringen. Der Ärger setze in der Regel schon viel früher ein, nämlich mit der Unterschrift unter mangelhafte Baubeschreibungen, schlechte Planungen und Kostenpläne, unvollständige Leistungsbeschreibungen. Kurzum unter lückenhafte Verträge seitens der Anbieter und Bauträger, deren Konsequenzen ahnungslose Laien gar nicht abschätzen können. Und dann gibt es womöglich niemanden, der auf der Baustelle die Arbeiter kontrolliert - und schon ist der Pfusch perfekt.

Private Bauherren investieren durchschnittlich 225.000 Euro für Hausbau und Grundstückserwerb - sind aber in der Regel zu wenig informiert über das, was sie dafür kriegen, wie der Bauherren-Schutzbund Berlin zu bedenken gibt.

Besonders aufpassen sollten Häuslebauer, die sich ein schlüsselfertiges Objekt oder Fertighaus hinstellen lassen. Wer glaubt, damit dem üblichen Bauärger entfliehen und die Kosten besser im Griff behalten zu können, irrt gewaltig. „75 Prozent solcher Verträge haben gravierende Mängel“, warnt Reinhold-Postina.

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