Folgen der Kreditkrise
Logistikimmobilien: Lagerhallen sind Ladenhüter

Noch vor einem halben Jahr schien der Markt für Logistikimmobilien in allerbester Ordnung. Doch das hat sich gründlich gewandelt. Trotz reger Mietnachfrage verkaufen sich Lagerflächen so gut wie nicht mehr. Das Hauptproblem: Die Finanzierung.

KÖLN. Noch vor einem halben Jahr schien der Markt für Logistikimmobilien in allerbester Ordnung. Weil die typischen Mieter der großen Lagerhallen an den Verkehrsdrehkreuzen der Republik - Industrie-, Handels- und Logistikunternehmen - expandierten, waren Fläche stark gefragt. Für den nötigen Nachschub sorgten internationale Projektentwickler, die mit Macht auf den deutschen Markt drängten. Und auch an Käufern herrschte kein Mangel: Professionelle Immobilienanleger - nicht zuletzt die deutschen offenen Fonds - hatten die Industrieimmobilie als lohnendes Objekt entdeckt und mischten es zur Stabilisierung der Erträge gern ihren Fonds bei.

Doch nun ist fast alles anders. "Auf dem Investmentmarkt geht zurzeit gar nichts mehr", sagt Damir Milanovic, Gesellschafter beim Immobilienberater NAI Apollo und dort verantwortlich für das Geschäft mit Industrieimmobilien. Das erste Halbjahr sei noch vergleichsweise gut verlaufen, das Ergebnis des vergangenen Jahres aber werde 2008 deutlich verfehlt, ergänzt Arnd Sternberg, im Düsseldorfer Büro des internationalen Beratungsunternehmens Jones Lang Lasalle (JLL) für den Bereich der Logistikflächen verantwortlich. Gut 2,62 Mrd. Euro wurden 2007 in deutsche Lagerhallen investiert. Bis zum 30. September dieses Jahres summierten sich die Investitionen der Käufer auf gerade noch 1,46 Mrd. Euro. Und auf den letzten Metern bis zum Jahresultimo wird nicht mehr viel hinzukommen - da sind sich alle Beobachter einig.

Am Produkt indes liegt das nicht, oder doch nur zum Teil. "Der Vermietungsmarkt ist gesund, wir werden 2008 zwar kein besseres, aber auch kein schlechteres Jahr erleben als 2007", beschreibt Willi Weis, Leiter Industrie- und Logistikimmobilie bei Berater DTZ die Situation. Auch bei Immobilienvermittler Aengevelt in Düsseldorf ist man zufrieden: "Wir haben in diesem Jahr allein im Raum Leipzig mehr als 60 000 Quadratmeter Logistikfläche vermietet", sagt Geschäftsleitungsmitglied Walter Kotlowski. Zwar erwartet auch er wie die meisten seiner Kollegen, dass die Flächennachfrage im kommenden Jahr zurückgeht, doch dies allein sei kein Grund für die Zurückhaltung der Investoren. "Die Finanzierung ist das Thema, und dabei werden derzeit alle Immobilienklassen in Sippenhaft genommen", sagt Tobias Just, Immobilienexperte im Researchteam der Deutschen Bank.

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