Folgen von Wachstum
Höhere Löhne fördern Wunsch nach Eigentum

In Staaten, in denen Wirtschaft und Bevölkerung wachsen und die Haushaltseinkommen steigen, sind die Menschen eher bereit, Wohnungen oder Häuser zu kaufen. Das wurde auf der Wohnimmobilien-Konferenz von Investment Property Databank (IPD) in dieser Woche in Wiesbaden deutlich.

HB WIESBADEN. IPD ist ein Immobilienanalysehaus. Während in Deutschland im vergangen Jahr nur 2,9 Wohnungen je 1 000 Einwohner fertig gestellt wurden, waren es in Spanien 16. Das Land sei in den vergangenen Jahren eine der am stärksten wachsenden Volkswirtschaften in Europa gewesen, sagte Alberto Lopez, Chef der Analyseabteilung von Axa Real Estate Investment Managers (Axa Reim) in Spanien, auf der Veranstaltung. Spaniens Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im vergangen Jahr um 3,5 Prozent, das deutsche um 2,5 Prozent. Allerdings betrug das BIP-Plus Deutschlands ein Jahr zuvor nur 0,9 Prozent. Spanien, ein Land mit wachsender Bevölkerung, habe seit 1993 rund 7,7 Mill. neue Arbeitsplätze geschaffen, machte Lopez auf weitere „Treiber“ der Nachfrage nach Wohneigentum aufmerksam. Knut Riesmeier, für das Immobiliengeschäft zuständiger Geschäftsführer der Meag Munich Ergo Asset Management, der Vermögensverwaltungstochter der Münchener Rückversicherung, wies darauf hin, dass die Einkommen in Deutschland in den vergangenen Jahren kaum gestiegen sind. In allen Staaten erleichterte das niedrige Zinsniveau den Wohnungskauf.

Traditionell hat Spanien die höchste Wohneigentumsquote in Europa. Zurzeit beträgt sie 82 Prozent. Ebenso deutlich liegt Deutschland im Vergleich mit den anderen EU-Staaten seit Jahren am Ende. In Westdeutschland beträgt die Eigentumsquote nach Zahlen von Eurostat, dem Statistikdienst der EU, zurzeit 43 Prozent, in Ostdeutschland 35 Prozent. Ähnlich geringe Eigentumsquoten hat in Europa nur die Schweiz, die nicht Mitglied der EU ist. Dort, wo der Mieterschutz hoch sei, sei die Eigentumsquote gering, hat IPD-Deutschland-Geschäftsführer Daniel Piazolo beobachtet. In Schweden, das mit einer Eigentumsquote von 59 Prozent den Durchschnitt in der EU markiert, ist Jan Rosengren vom Makler DTZ in Schweden zufolge der Mieterschutz ebenfalls ausgeprägt. Ein weiterer Grund für die niedrige Eigentumsquote in Deutschland sei, dass die Menschen – gemessen an ihrem Einkommen – in zu großen Wohnungen leben wollten, sagte Riesmeier.

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