Fondsgesellschaften auf Schnäppchenjagd
Notverkäufe in den USA sind unausweichlich

In den USA wird die Nachfrage nach Büro-, Einzelhandels- oder Logistikflächen weiter sinken. Neue Bewegung könnte aller Voraussicht nach im Herbst in den Markt kommen. Denn dann muss eine Reihe von Investoren ihre Kredite refinanzieren, die Folge wären weitere Notverkäufe. Inzwischen sammeln diverse Fondsgesellschaften Geld, um bei Schnäppchen zuzuschlagen.

FRANKFURT. Raymond Wong redet nicht um den heißen Brei herum: "Im laufenden Jahr 2009 werden sich die Fundamentaldaten an den nord- und südamerikanischen Gewerbeimmobilienmärkten weiter eintrüben", sagt der Chefresearcher für den amerikanischen Kontinent beim internationalen Immobilienberater CB Richard Ellis (CBRE).

Weil Unternehmen immer mehr Mitarbeiter entlassen, müssen die US-Bürger den Spargürtel enger schnallen. "In den USA wird die Arbeitslosenquote bis Ende 2009 von sechs auf acht Prozent steigen, in Kanada von 6,1 auf rund 6,5 Prozent", prognostiziert Wong. Das US-Verbrauchervertrauen ist Ende 2008 auf nur noch 40 Indexpunkte gefallen - so tief wie zuletzt während der Ölkrise zu Beginn der 70er Jahre.

Wo soll da eine verstärkte Mieternachfrage nach Büro-, Einzelhandels- oder Logistikflächen herkommen? Es wird sie vorerst nicht geben, ist Wong überzeugt: "Die Leerstandsquoten werden steigen." Und dies werde die je nach Standort bereits um 20 bis 30 Prozent gefallenen Immobilenpreise weiter unter Druck setzen, fügt der Researcher hinzu. Auch den lateinamerikanischen Markt sieht Wong skeptisch. Südlich des Rio Grande gehe die Nachfrage nach Büroflächen ebenfalls zurück. "Eine anhaltende Rezession wird die Wirtschaftsentwicklung nachhaltig schwächen und die Leerstandsraten nach oben treiben", sagt der Experte.

Molltöne verbreitet auch Mark E. Rose, Vorstandschef des großen kanadischen Immobiliendienstleisters Avison Young: "Selten stand unsere Branche vor komplizierteren Problemen." Die durch die Finanzkrise hervorgerufene Kreditklemme mache es nicht nur für Immobilieninvestoren schwer, bestehende Darlehen zu refinanzieren und neue zu erhalten. Vor allem die Unternehmen der Realwirtschaft litten unter dem knapp gewordenen Fremdkapital. Die Folgen dieser erschwerten Finanzierungssbedingungen für die kanadischen Büromärkte liegen für Rose auf der Hand: Ob Calgary, Edmonton, Ottawa, Quebec, Toronto oder Vancouver - überall werde 2009 die Zahl leer stehender Büros steigen und die Mietpreise entsprechend unter Druck geraten.

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