Frankfurt setzt weiter auf Hochhäuser
„Mainhattan“ entdeckt das grüne Bauen

Sie sind Frankfurts Markenzeichen - aber gelten nicht gerade als energiesparend. Die Metropole will weiter auf die Wolkenkratzer setzen, bis zu 22 neue Türme könnten entstehen. Doch diesen Plan verknüpft die Stadt mit umweltpolitischen Zielen.

FRANKFURT.Seine Hochhäuser sind Frankfurts Markenzeichen - und sollen es auch bleiben. Der nächste "Hochhausrahmenplan" wurde bereits vom Magistrat beschlossen: Er definiert 15 Standorte, an denen bis zu 22 neue Wolkenkratzer entstehen könnten. Das Bekenntnis zu seinen hohen Häusern aber verknüpft die Stadt nun auch mit umweltpolitischen Zielen. "Wir wünschen uns, dass der gesamte Primärenergiebedarf eines Hochhauses unter dem Wert von 150 Kilowattstunden pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche liegt", sagt Mark Gellert, Sprecher des Frankfurter Baudezernenten Edwin Schwarz. Heute liege der Energieverbrauch für Heizung, Kühlung und Beleuchtung eines Büroturms meist doppelt so hoch.

Tatsächlich gelten die Riesen nicht gerade als energiesparend. Selbst der Commerzbank-Turm, eines der ersten Hochhäuser in Deutschland mit ökologischem Anspruch, verbraucht immer noch mehr als 500 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/qm/a).

Wie groß das Einsparpotenzial tatsächlich ist, das zeigt der Umbau der Zwillingstürme der Deutschen Bank. Das als größte Gebäudesanierung Europas gefeierte Projekt soll dafür sorgen, dass aus den heute noch unter dem Namen "Soll und Haben" bekannten Wolkenkratzern an der Frankfurter Taunusanlage die "Green Towers" werden. Die Sparmaßnahmen sollen die erforderliche Heizenergie um 67 Prozent senken - das entspreche dem jährlichen Energieverbrauch von 750 Einfamilienhäusern, hat die Bank ausgerechnet. Auch beim Stromverbrauch will man auf die Bremse treten: Er soll sich um 55 Prozent oder neun Gigawattstunden pro Jahr verringern - etwa so viel wie 1 900 Einfamilienhäuser im Jahr an elektrischem Strom verbrauchen.

Doch ist die Deutsche Bank nicht die Einzige in Frankfurt, die sich "grün freut": Ebenso möbelt die Dresdner Bank ihren "Silberturm" energetisch auf, während das "Bienenkorb-Haus" an der Konstabler Wache durch Eigentümer DIC AG auch ökologisch auf Vordermann gebracht wird. Zum echten Öko-Vorbild schließlich könnte das im Bau befindliche, 15-geschossige neue KFW-Hochhaus namens "Westarkade" werden. Nicht zuletzt durch den Einsatz von Erdwärme soll der Primärenergiebedarf unter 100 kWh pro qm und Jahr gesenkt werden.

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