Frankfurt und sein Umland wachsen weiter zusammen
Banken suchen Alternative zu Citylagen

Der Schock sitzt tief: Ausgerechnet die zur Eurohypo fusionierten Hypothekenbanktöchter der drei großen deutschen Kreditinstitute Deutsche Bank, Dresdner Bank und Commerzbank kehren der Bankenmetropole Frankfurt den Rücken.

wik DÜSSELDORF. Bereits im Juni 2002 fiel die Entscheidung, die Zentrale des Immobilienfinanzierers nach Eschborn zu verlegen. Im „Helfmann Park“, einem Entwicklungsvorhaben der Hochtief Projektentwicklung (HTP), erwarb die Eurohypo einen der insgesamt sieben Bauabschnitte und lässt dort rund 35 000 Quadratmeter (qm) Bruttogrundfläche (BGF) errichten. Schon im Mai kommenden Jahres sollen bis zu 1 200 Bankbeschäftigte hier ihre Büros beziehen können. „Die niedrigere Gewerbesteuer war ohne Zweifel der wichtigste Grund, nach Eschborn zu kommen“, erläutert HTP-Niederlassungsleiter Jörg Benkelberg die Entscheidung der Hypothekenbanker. Auch bei denen regiert bekanntlich längst der Rotstift, weshalb heute die Devise lautet: Effizienz statt Image.

„Noch vor fünf Jahren wäre man ausgelacht worden, hätte man vorausgesagt, dass einmal eine Großbank ein Gewerbegebiet in Eschborn der Frankfurter City vorzieht“, sinniert Matthias Stanke vom Frankfurter Immobilienmakler Schön & Lopez Schmitt. Indes, wenn es allein um die Kosten geht, spricht vieles für den Frankfurter Speckgürtel: Während sich die Mainmetropole einen Gewerbesteuerhebesatz von 490 Prozent leistet, begnügt sich Eschborn mit 300 Prozent. Deutlich günstiger fallen überdies die Büromieten aus: Sie erreichen in der 20 000-Einwohner-Gemeinde jenseits der nordwestlichen Frankfurter Stadtgrenze durchschnittlich 14 Euro pro qm und Monat – im Bankenviertel des großen Nachbarn zahlen Mieter drei Mal so viel.

Hartmut Schwesinger, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt, bleibt dennoch gelassen. Umland und Metropole ergänzen sich aufs Beste, findet er und hält gerade die Vielzahl von Standortalternativen für einen entscheidenden Vorteil der Region. Gerhard Grandke indes, Offenbacher Oberbürgermeister, pochte erst kürzlich wieder auf die Eigenständigkeit der Umlandgemeinden: „Frankfurt als Dachmarke für den Großraum, das wird die Region nicht akzeptieren.“

Seite 1:

Banken suchen Alternative zu Citylagen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%