Frankfurter Gespräch
„Wir brauchen vier Prozent Rendite"

Bankkredite für Immobilien werden knapp. Im Gespräch mit dem Handelsblatt beraten die Immobilien-Experten Rainer Jakubowski, Claus P. Thomas und Sven Zeller, wie Investitionen in Fonds diese Lücke schließen können.
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Handelsblatt: Bis zur Finanzkrise gab es Immobilienkredite von der Bank. Heute kommen andere Immobilienfinanzierer ins Spiel. Herr Jakubowski, Herr Thomas, Herr Zeller - was hat sich geändert?

Claus P. Thomas: Vor 2007 war es für Banken Standard, Gebäude bis 70 oder 80 Prozent ihres Wertes zu beleihen.

Sven Zeller: Manchmal gab es sogar für 90 Prozent des Kaufpreises Geld.

Thomas: Richtig - aber die Zeit ist vorbei. Heute sagen uns die Mitarbeiter in den Banken: 'So hoch dürfen wir nicht mehr beleihen.' Das ist vor allem ein Problem, wenn der Kredit für ein Gebäude ausläuft und noch mehr als 70 Prozent zu refinanzieren sind. Für gute neue Objekte ist es kein Problem, Kredite bis zur Beleihungsgrenze von 55 bis 60 Prozent zu bekommen. Es kommt allerdings noch eines hinzu: Es sind viel weniger Banken am Markt als damals.

Herr Jakubowski, das klingt als hätten wir eine Kreditklemme.

Rainer Jakubowski: Nein - die sehe ich nicht. Die Banken haben die Beleihungsgrenzen herabgesetzt. Was sie tun, ist richtig. Insgesamt haben die Qualitätsanforderungen seit Beginn der Krise deutlich zugenommen.

Zeller: Wir schleichen eher auf einen Kreditengpass zu. Übertriebener Optimismus weicht Realismus. Die Banken interessieren sich heute nicht nur für die Lage einer Immobilie, sondern auch für deren Mieter und wann diese womöglich ausziehen, weil der Mietvertrag ausläuft.

Thomas: Früher wurden zehn Jahre laufende Mietverträge vereinbart, Mietvertrag und Kreditvertrag liefen gleichzeitig aus. Heute möchte die Bank, dass der Kreditvertrag vor dem Mietvertrag ausläuft. Damit umgeht sie das Neuvermietungsrisiko.

Zeller: Was dazu führt, dass es Kredite nur noch für fünf bis sieben Jahre gibt.

Ich merke, das Wort 'Klemme' möchten Sie vermeiden. Aber wie hoch ist die entstehende Lücke nach Ihrer Meinung?

Jakubowski: Ich habe Schätzungen gesehen, wonach der Refinanzierungsbedarf allein in Deutschland im Zeitraum 2012 bis 2014 ein Volumen von 100 Milliarden Euro erreicht.

Thomas: DTZ erwartet im gleichen Zeitraum, dass in Europa Kredite in der Größenordnung von 140 Milliarden Euro zu refinanzieren sind. Morgan Stanley geht von einem noch höheren Volumen aus.

Wer schließt diese Lücken?

Jakubowski: Ich gehe davon aus, dass schon aufgrund der sich verschärfenden Eigenkapitalproblematik der Banken Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge und Versicherer einspringen wollen und werden.

Thomas: Versicherer sehe ich als komplementäre Kreditgeber, die nicht nur lange Laufzeiten, sondern auch hohe Volumina anbieten können wie etwa die Allianz, die die Deutsche-Bank-Türme mit 300 Millionen Euro über zehn Jahre Laufzeit finanziert. Ein solches Volumen können einzelne Banken zurzeit nicht bieten.

Kommentare zu " Frankfurter Gespräch: „Wir brauchen vier Prozent Rendite""

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  • "Notleidende Objekte" ... die drei Trottel aus dem Heim, die ihren Profit herbeireden möchten....

  • Bankkredite sind eigenlich per se unbegrenzt, da ja die Banken selbst das Kreditgeld schöpfen. Wenn sie trotzdem den Hahn zudrehen, dann liegt das wohl eher an gestiegenen Risiken. Die wollen die Fonds aber ja auch nicht. Die Finanzierung über Fonds ist volkswirtschaftlich ineffizent, da keine Geldschöpfung stattfindet. Also, eine Totgeburt, das Ganze.

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