Frankfurter Immobilienmarkt
Die Ruhe vor dem Sturm

Frankfurts Büroimmobilienmarkt zeigt sich erstaunlich robust, im ersten Halbjahr 2008 wurde deutlich mehr Fläche vermietet als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Doch dieser positive Trend sollte sich bald umkehren.

FRANKFURT. In Frankfurt wurde im ersten Halbjahr 2008 deutlich mehr Bürofläche neu vermietet als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Das zeigen übereinstimmend die Marktberichte aller großen Immobilienberatungsunternehmen. Somit hat sich die Finanzkrise ähnlich wie in den meisten anderen deutschen Großstädten auch in der Finanzmetropole bislang kaum auf den Bürovermietungsmarkt niedergeschlagen. "Im Augenblick sind noch keine Folgen der Krise spürbar, aber aufgrund der schwächelnden Konjunkturdaten rechnen wir eventuell 2009 mit Auswirkungen auf dem Bürovermietungsmarkt", erklärt Marco Mallucci, Director Office Agency und zuständig für den Bürovermietungsmarkt Frankfurt bei Immobilienberater Savills. Den Kollegen von CB Richard Ellis (CBRE) zufolge konnte der Büroflächenumsatz von 260 000 Quadratmetern (qm) im ersten Halbjahr 2008 in Frankfurt sogar den entsprechenden Vorjahreswert um knapp die Hälfte übertreffen. "Das zeugt von einem nach wie vor lebendigen Marktgeschehen in der Mainmetropole", sagt Richard Tucker, CBRE-Bürovermietungsexperte in Frankfurt.

Bei genauerer Betrachtung wird allerdings deutlich, dass allein im zweiten Quartal 2008 die fünf flächengrößten Abschlüsse allesamt in Neubauentwicklungen außerhalb der zentralen und innerstädtischen Teilmärkte stattfanden. Größter Abschluss war hierbei die Projektanmietung der Deutschen Börse AG mit insgesamt rund 65 000 qm Mietfläche in Eschborn. Aber auch in Niederrad mieteten Unternehmen Flächen von insgesamt knapp 14 500 qm an. "Mit den steigenden Preisen im Bankenviertel und Westend werden die Außenbezirke wieder interessanter", interpretiert Tucker.

Dennoch sei dies kein genereller Trend. Die großen Geldverdiener wollen kurze Wege und werden somit in der City bleiben. "Allerdings sind auch die Finanzdienstleister sowie branchennahe Anwaltskanzleien bei Mietentscheidungen vorsichtiger geworden und versuchen diese hinauszuzögern", so Tucker.

Trotzdem rechnen alle Immobilienberater bis zum Jahresende mit einer weiterhin regen Nachfrage nach Büroimmobilien. "Ausgehend von einigen Großabschlüssen, die sich konkret abzeichnen, und einer breiten Nachfrage bei mittleren Flächengrößen deutet alles auf einen im zweiten Halbjahr weiter anziehenden Umsatz hin", meint Oliver Barth, Frankfurt-Chef beim Immobilienberater Atisreal. Laut Tucker erwartet CBRE in der Mainmetropole ein Umsatzvolumen annähernd auf Vorjahresniveau von rund 535 000 qm.

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