Franzose übernimmt Italiener: In Europa entsteht ein neuer Immobilienriese

Franzose übernimmt Italiener
In Europa entsteht ein neuer Immobilienriese

Die viertgrößte französische Immobiliengesellschaft Foncière des Regions will den italienischen Konkurrenten Beni Stabili für bis zu 2,6 Mrd. Euro per Aktientausch übernehmen. Das haben die beiden Unternehmen am Montag bekannt gegeben.

kk MAILAND. Nach der Fusion wird das Unternehmen ein Immobilienvermögen von 14 Mrd. Euro verwalten – die Hälfte davon in Frankreich, vier Mrd. Euro in Italien und drei Mrd. Euro in Deutschland. Damit steigt das kombinierte Unternehmen zu einem grenzübergreifenden europäischen Spieler auf, der außerhalb von Frankreich und Italien auch in Deutschland präsent ist.

In Deutschland haben die Franzosen erst im vergangenen Oktober die ehemaligen Werkswohnungen von Thyssen-Krupp für rund 2,1 Mrd. Euro übernommen. Sie übernahmen damit 40 000 Wohnungen. Insgesamt hat Foncière in Deutschland 300 Mitarbeiter.

Beni Stabili ist am Börsenwert gemessen nach Pirelli Real Estate das zweitgrößte Immobilienunternehmen in Italien. Foncière wird zunächst 35 Prozent der Beni-Stabili-Aktien übernehmen, die bisher in der Hand von Leonardo del Vecchio sind, dem Gründer des Weltmarktführers von Sonnenbrillen Luxottica. Für die restlichen Aktien wird das Unternehmen mit Sitz in Metz ein Übernahmeangebot vorlegen. Foncière bietet eine eigene neue Aktie je 100 Beni-Stabili-Aktien.

Analysten sprechen von einem fairen Preis. Die Investmentbank JP Morgan rechnet vor, dass die Übernahme-Offerte für die restlichen 65 Prozent einer Prämie von mehr als zehn Prozent entspricht. Die Aktie von Beni Stabili, die im vergangenen Jahr mehr als 50 Prozent zugelegt hat, war gestern vom Markt ausgesetzt.

Beni Stabilis Großaktionär Del Vecchio wird nach der Fusion größter Aktionär des neuen Unternehmens sein. Foncière-Chairman Charles Ruggieri, die Immobilientochter von General Electric, ISM, und Del Vecchio werden gemeinsam 46 Prozent der Aktien der neuen Gruppe halten. Bisher hält der Chairman Ruggieri 20 Prozent der Foncière-Anteile und ISM 12,1 Prozent.

Beni Stabili hat seine Immobilen vor allem im reichen Norden Italiens. Zu den Mietern gehören Großunternehmen wie Fiat, Telecom Italia und Prada. Das italienische Unternehmen ist auch deshalb attraktiv, weil es besonders gut positioniert ist für die so genannten Real Estate Investment Trusts (Reits) – börsennotierte Immobiliengesellschaften, die demnächst auch in Italien auf den Markt kommen sollen.

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