Freiwillige Baulandumlegung
Baulandpreise schwanken regional

Wer sich als Grundeigentümer am Verfahren der freiwilligen Baulandumlegung beteiligt, trägt auch das Vermarktungsrisiko. Eine Garantie, dass die Gemeinde oder ein interessierter Projektentwickler einzelne Grundstücke oder ganze Baufelder auch abnimmt – womöglich noch zu einem fest vereinbarten Preis –, gibt es keineswegs. Damit sich die getätigte Investition in Erschließung und Entwicklung rechnet, sollten sich Eigentümer genau über die ortsüblichen Preise für erschlossenes Bauland informieren.

HB DÜSSELDORF. Im Bundesdurchschnitt zahlten Käufer in Deutschland im vergangenen Jahr 58,43 Euro pro Quadratmeter erschlossenen Baugrund, so die neueste Erhebung des statistischen Bundesamts. Doch sind auch hier die regionalen Unterschiede gewaltig. So kostet Baugrund in Baden- Württemberg im Schnitt 127 Euro pro Quadratmeter. Nur in Berlin kommt der Quadratmeter Bauland noch gut einen Euro teurer. In Thüringen, dem Schlusslicht in der Kaufpreistabelle, ist der Quadratmeter schon für 24,50 Euro zu haben.

In Sersheim verkauft die Gemeinde Baugrund zum Preis von 230 Euro pro Quadratmeter, selbst bei einem kleinen Reihenhausgrundstück von 150 Quadratmetern summiert sich der Grundstücksanteil damit auf 34.500 Euro. Ein Preis indes, der für Käufer im Süden noch durchaus im akzeptablen Mittelfeld liegt. "Eine Schmerzgrenze gibt es für Käufer im süddeutschen Raum fast nicht mehr", beobachtet Elvira Engist, Maklerin aus Freiburg.

Immerhin weist der RDM Immobilienpreisspiegel für voll erschlossene Baugrundstücke in ganz normalen Lagen der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart Preise zwischen 520 und 590 Euro aus. Trotzdem glaubt Maklerin Engist: Die Nachfrage nach Grundstücken für Einfamilienhäuser ist gut. "Da hat sich in den letzten Jahren nichts verschoben. Ein unbebautes Grundstück hat eben den Vorteil, dass der Käufer seine eigenen Wohnvorstellungen beim Neubau selbst verwirklichen kann."

Doch nicht in ganz Deutschland müssen dreistellige Quadratmeterpreise für Bauland gezahlt werden. Selbst im Westen sei Baugrund schon für 30 bis 40 Euro pro Quadratmeter zu haben, weiß Vermessungsingenieur Frank Diefenbach. Je weiter der Bauherr nach Süden ziehe, umso teurer werde es, besonders im Einzugsgebiet großer Städte. Auch die Konditionen, zu denen Bodenordnung möglich ist, orientieren sich an diesem Preisgefälle. Diefenbach: "Bei hohen Bodenwerten fällt auch die Abschöpfung des Umlegungsvorteils durch die Gemeinde höher aus."

»  Glossar: Die wichtigsten Begriffe im Verfahren

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%