Fremdenverkehr als Wachstumsmarkt
Am Golf schießen Hotels in die Höhe

Am arabischen Golf entstehen nicht nur neue Städte, sondern ein neues Arabien. Die Straße nach Abu Dhabi ist ein Wald von Kränen.

HB DUBAI. 24 Stunden und sieben Tagen in der Woche drehen sie sich, surren die Laufkatzen über die Ausleger. Mehr als 20 Prozent der weltweit verfügbaren Kräne werden in diesen Tagen in Dubai eingesetzt, um einen Wolkenkratzer nach dem anderen hoch zu ziehen. Gegenwärtig werde am Golf an 100 Megaprojekten gearbeitet, schätzen Experten. Nur in Schanghai wird fleißiger gebaut als in Dubai. Doch die Scheichs geben sich mit dem zweiten Platz nicht zufrieden. Wenigstens das höchste Gebäude muss es sein. An der Scheich-Zayed-Road wächst der Burj Dubai dieser Spitzenstellung entgegen. Alle vier Tage schnellt der „Turm von Dubai“ um ein weiteres Stockwerk in die Höhe. Mindestens 154 sollen es in dem wenigstens 700 Meter hohen Gebäude werden. Nicht weit davon wird bereits an einem noch höheren Wolkenkratzer gearbeitet. Das Hochhaus Al Burj mit seinen mindestens 750 Metern soll den Burj Dubai noch übertrumpfen.

Dubais Bauboom wird von überreichlich fließenden Petrodollars angeheizt. Das Land will sich als Finanzzentrum profilieren, ist aber durchaus breit diversifiziert. Das zieht Firmen und Menschen an. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Einwohner beinahe verdoppelt, wobei die vergangenen zwei Jahren den größten Wachstumsschub brachten. Und der demographische Trend halte an, sind Experten überzeugt. In den nächsten fünf Jahren werde sich die Bevölkerung erneut verdoppeln, sagt Tarik Ramadan, Vorsitzender der Immobilienberatungsfirma RichVille Advisory Group in Dubai.

So rasant die Bevölkerung wächst, so rasant klettern auch die Preise für Wohnimmobilien. Sie haben sich in den vergangenen drei Jahren verdoppelt. Jetzt setze eine Korrektur der Übertreibungen ein, vermutet Steve Brice von der Standard Chartered Bank in Dubai. 2008 würden die Preise nachgeben, warnt auch das Investmenthaus EFG Hermes Investoren in einer neuen Studie. Bis zum Jahr 2010 könnten die Preise um 25 bis 30 Prozent fallen, meinen die Analysten von EFG Hermes. Sollten allerdings die zum Teil engen Fertigstellungstermine bei den großen Projekten nicht eingehalten werden, bleibt Wohnraum knapp. Dann steigen die Preise weiter.

Die Wohnungsmieten schossen von Mitte 2005 bis Mitte 2006 über alle Wohnungstypen hinweg betrachtet im Schnitt um satte 25 Prozent nach oben. Um die daraus resultierenden sozialen Probleme zu dämpfen, toleriert die Regierung von Dubai jetzt nur noch jährliche Erhöhungen von 15 Prozent. Diese Beschränkung kann freilich leicht umgangen werden, indem dem Mieter gekündigt und anschließend ein neuer Vertrag offeriert wird.

Wegen der Mietsteigerungen bleibt Wohnraum für Investoren attraktiv. Experten schätzen die Mietrendite derzeit auf sieben bis zwölf Prozent. Neubauten lassen sich problemlos verkaufen. Nach Fertigstellung der Projekte würden die Preise wie in den vergangenen Jahren um 20 bis 30 Prozent klettern, versprechen Immobilienhändler. Wer sich davon nicht überzeugen lässt, wird mit einem zusätzlichen Kaufargument gelockt. Damac, eine der größten Baugruppen des Landes, schenkt bei Vertragsabschluss einen Jaguar sowie ein Los, mit dem ein Privatjet gewonnen werden kann.

Seite 1:

Am Golf schießen Hotels in die Höhe

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%