Frimag und RCM gehen in den Freiverkehr
Kleine Immobilienfirmen bieten Aktien an

Die Aktien der Frankfurter Immobilien AG werden heute zum ersten Mal im Freiverkehr der Frankfurter Börse gehandelt. Damit ist das Unternehmen bereits das zweite, das sich aus "Kostengründen" für eine Notiz im Freiverkehr entscheidet.

BERLIN. Nach der RCM Beteiligungs AG ist Frimag (Frimag, ISIN DE0006372626) in diesem Monat bereits das zweite Immobilienunternehmen, das sich für eine Börsennotiz im Freiverkehr entscheidet – „aus Kostengründen“, sagt Vorstand Christian Wolf, der mit Carsten Siegert vor fünf Jahren die Firma gegründet hat.

Anleger dürfen einen Punkt nicht übersehen: Frimag ist sehr klein. Bei einem Umsatz von nur 4,56 Mill. Euro verdienten Wolf und Siegert im Jahr 2004 vor Zinsen und Steuern 760 000 Euro. Das Geschäftsmodell ist überschaubar: Frimag kauft Frankfurter Häuser in guten Lagen und verkauft die Wohnungen einzeln weiter. Das Unternehmen mit dem Börsenkürzel FFM strebe dabei eine Marge von 25 Prozent an, sagt Wolf.

Das Geld für den Zukauf neuer Objekte hofft er sich nun über die Börse beschaffen zu können. Weil Frimag neue Objekte in der Regel zu 80 Prozent fremd finanziert, kann die Firma mit jedem Euro des frischen Eigenkapitals Immobilien für fünf Euro einkaufen. Der Emissionserlös in Höhe von 6,5 Mill. Euro verschafft Frimag damit einen Ausgabenspielraum von 32,5 Mill. Euro.

Durch die Zukäufe soll der Gewinn den Analysten der Axxon Wertpapierhandelsbank zufolge auf 1,92 Mill. Euro im Jahr 2006 und 3,26 Mill. Euro in 2007 steigen. Die Analysten rechnen im Jahr 2006 mit einem Ergebnis von 48 Cent je Aktie und 2007 von 82 Cent. Das entspricht einen KGV von 13,5 bzw. acht. Axxon begleitet den Börsengang auch als Berater.

Anleger, die gezeichnet haben, erhalten die Aktie zu einem Preis von 6,50 Euro, allerdings nur jede dritte, weil die Emission deutlich überzeichnet gewesen sei, sagt Wolf. Für die knappe Zuteilung könnte in den folgenden Jahren die attraktive Dividende entschädigen. Während die Ausschüttung wegen der Kosten für den Börsengang (0,5 Mill. Euro) nur bei 15 Cent liegt, soll sie in den folgenden Jahren wie schon 2003 und 2004 bei 50 Cent liegen. Die Dividendenrendite würde damit üppige sechs Prozent betragen.

Wolf und Siegert erfüllen Kriterien, die die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger aufgestellt hat. Sie haben sich für eine Haltefrist von vier Jahren für ihre Aktien verpflichtet. Wolf: „Wir wollen ja nicht auf die Seychellen auswandern.“

Auch die Firma RCM (DE0005117204), die Immobilien ausschließlich in Dresden aus Zwangsversteigerungen erwirbt, hat sich für die Börse als Refinanzierungsquelle entschieden – damit „wir in einem Dreivierteljahr eine Kapitalerhöhung durchführen können“, sagt Martin Schmitt. Er ist Aufsichtsrat der RCM AG und Chef der Mutterfirma SM Wirtschaftsberatungs AG, die noch 50,1 Prozent der RCM-Anteile – und damit das Sagen – behält. Bis zum Herbst 2006 will RCM die Anzahl der vermieteten Objekte von heute acht auf über 40 steigern. Das Ergebnis je Aktie soll sich von zehn Cent in diesem auf 20 im nächsten Jahr verdoppeln.

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