Für Mehrheit der Mieter ist Kauf kein Thema
In der Hauptstadt bleibt Wohnen günstig

„Warum sollten die Berliner ihre Wohnungen kaufen? Dazu sind die Mieten viel zu günstig“, bringt Rolf Scheffler, Chef-Statistiker des Maklerhauses Aengevelt, die Situation auf den Punkt. Solange die Preise niedrig blieben, werde das Interesse am Erwerb der eigenen vier Wände – trotz niedriger Zinsen und dem Wunsch, fürs Alter vorzusorgen – kaum steigen. 87,5 Prozent der insgesamt 1,87 Millionen Berliner Wohnungen werden so auch von Mietern genutzt.

HB DÜSSELDORF. Mit einer Eigentumsquote von 12,5 Prozent liegt die deutsche Hauptstadt im Bundesvergleich weit abgeschlagen auf dem letzten Rang. Aus Sicht der Bausparkassen ergibt sich hier rein rechnerisch ein Riesenmarkt. Doch allein die Gebäudestruktur Berlins gibt eine entsprechend große Klientel nicht her: 90 Prozent des Wohnungsbestandes befindet sich nach Angaben der Senatsverwaltung in Gebäuden mit drei und mehr Wohnungen, klassischen Mehrfamilienhäusern also. Lediglich zehn Prozent entfallen auf Ein- und Zweifamilienhäuser. Als Eigenheime spielen diese nur im Neubaugeschäft eine gewisse Rolle. Laut Aengevelt Research (und den vorläufigen Zahlen des Gutachterausschusses) wurden im Jahr 2003 insgesamt 3  483 Genehmigungen für den Neubau von Wohnungen erteilt. Mit 2000 Einheiten oder 60 Prozent entfiel die Mehrzahl davon auf den Eigenheimbau. Zusätzliche Geschosswohnungen entstehen nur vereinzelt. Das niedrige Miet- und Kaufpreisniveau macht Investitionen in diesem Bereich wenig rentierlich.

Es sei denn, man investiert in die Sanierung denkmalgeschützter Altbauten. Beispiel: Wert-Konzept, eine Tochter der IVG. Sie erwarb auf der Karl-Marx-Allee – dem größten zusammenhängenden Baudenkmal Deutschlands – 206 Wohnungen, die noch unter Ausschöpfung der zehnprozentigen Denkmalschutzabschreibung nach § 7 i EStG saniert an Kapitalanleger veräußert wurden. Die letzten 43 Einheiten mit Größen zwischen 38 und 126 Quadratmetern Wohnfläche befinden sich derzeit in der Vermarktung. „Ab 78  017 Euro kann man hier Eigentümer werden“, sagt Klaus- Dieter Schmidt, Geschäftsführer der Wert-Konzept Immobilienfonds GmbH. Zwischen Käufer und der Eigentümerin Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain werde ein Generalmietvertrag abgeschlossen. Über zehn Jahre zahlen die Nutzer eine Anfangsmiete von 5,11 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, die sich jährlich um drei Prozent steigert. Angeboten werden die nach denkmalpflegerischen Vorgaben sanierten Wohnungen zum Preis von 1 780 Euro pro Quadratmeter.

Nicht nur an der einstigen Parademeile lässt es sich erstaunlich günstig leben. Insgesamt fällt das Preisniveau in Berlin mieterfreundlich aus. Im Westteil der Stadt werden laut Mietspiegel im Schnitt 4,35 Euro pro Quadratmeter netto kalt gezahlt, im Ostteil 4,13 Euro. Der Durchschnittswert, den die Senatsverwaltung ermittelt hat, liegt aktuell bei 6,07 Euro pro Quadratmeter.

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