Furcht vor den Folgen steigender Zinsen übertrieben
Anziehende Kurse bei US-Immobilien-AGs

Die Grabgesänge auf Immobilienanlagen in den USA waren verfrüht. Das jedenfalls war die Botschaft des Branchenverbandes National Association of Real Estate Investment Trusts (Nareit) auf seinem jüngste Forum für institutionelle Anleger vom 7. bis 9. Juni in New York.

PORTLAND. Das starke Interesse an dem Forum und die jüngst wieder steigenden Kurse vieler Immobiliengesellschaften zeigen nach Ansicht von Konferenzteilnehmern, dass der wahllose Verkauf von Real Estate Investment Trust-Anteilen eine übertriebene Angstreaktion war. „Trust-Anteile sind heute deutlich attraktiver als vor ein paar Wochen“, sagt Analyst Paul Reeder von SNL Financial.

Ende April bestärkte kräftiges Wirtschaftswachstum die Furcht von US-Immobilienanlegern vor steigenden Zinsen. Nachdem bereits über eine Spekulationsblase bei Immobilien gemunkelt wurde, war dies das Signal zur Flucht aus Immobilienaktien. Die Kurse von Real Estate Investment Trusts sackten im Schnitt um ein Fünftel. Ähnlichkeiten mit der High-Tech-Blase und der Aktienbaisse, die ihrem Platzen folgte, sind indessen gering. Im Gegensatz zur verbreiteten Misere bei den Aktienkursen entwickelten sich Immobilienwerte in den vergangenen vier Jahren prächtig. Wer 1999 einstieg, verdiente mit US-Reits mehr als mit US-Aktien. Und auch Immobilienaktien europäischer Reits – ermittelt von der renommierten European Public Real Estate Association (EPRA) – rentierten besser als Stoxx 50-Werte . Selbst nach dem jüngsten Knick liegen die Notierungen von US-Reits im Schnitt immer noch um ein Viertel höher als vor einem Jahr.

Während in Deutschland noch über ihre Einführung gestritten wird, gibt es Reits in den USA schon seit 1960. Sie geben jedermann die Möglichkeit, in gewerbliche Immobilien zu investieren und machen Immobilienanlagen für institutionelle Investoren liquide. Im Gegensatz zu Firmengewinnen werden Erträge von Reits nur einmal besteuert, und zwar als Einkommen bei den Empfängern der Dividenden. Dafür müssen aber mindestens 90 Prozent der Erträge ausgeschüttet werden. Mittlerweile gibt es nach Angaben von Nareit in den USA gut 180 börslich gehandelte Real Estate Investment Trusts mit einem Vermögen von etwa 375 Mrd. Dollar.

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