Gebäudesanierung Wie die Regierung Hausbesitzer belastet

Nach dem Willen der Bundesregierung müssen Gebäude energieeffizient saniert werden. Auch wenn der Zwang zur Sanierung vom Tisch ist, fürchten viele Eigentümer von Häusern und Wohnung hohe Kosten. Womit Immobilienbesitzer rechnen müssen.
  • Christian Hunziker
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Handwerker sanieren die Fassade eines Plattenbaus in Aschersleben. Die Bundesregierung will Gebäude energieeffizient sanieren lassen; Hausbesitzer sind verunsichert. Quelle: dpa

Handwerker sanieren die Fassade eines Plattenbaus in Aschersleben. Die Bundesregierung will Gebäude energieeffizient sanieren lassen; Hausbesitzer sind verunsichert.

(Foto: dpa)

BERLIN. Ganz so schlimm wie erwartet soll es nicht kommen – erleichtert reagierten die Vertreter der Immobilienwirtschaft. Die im Energiekonzept der Bundesregierung festgelegten Anforderungen an die energetische Gebäudemodernisierung soll nun wohl doch nicht so streng umgesetzt werden wie ursprünglich geplant.

„Das ist ein großer Schritt in Richtung Realität“, sagt Jens-Ulrich Kießling, Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI), die auch die beiden großen Vermieterverbände GdW und BFW vertritt.

Gestern hatten sich die Fraktionen von Union und FDP auf umfangreiche Änderungen des Energiekonzepts der Bundesregierung verständigt. „So wie es aussieht, ist der Zwang zur Sanierung vom Tisch“, erklärt ein Sprecher der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund. Für eine endgültige Beurteilung müsse aber die Entscheidung des Bundeskabinetts am kommenden Dienstag abgewartet werden.

80 Prozent weniger CO2-Ausstoß angestrebt

Nach den jüngsten Änderungen ist nicht mehr vom umstrittenen Nullemissionsstandard die Rede. Weiter angestrebt wird eine Reduzierung des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes (CO2) beim Gebäudebestand bis 2050 um 80 Prozent. Dies sei „immer noch sehr ambitioniert“, sagt Kießling.

Tatsächlich müsste dafür die Sanierungsquote deutlich erhöht werden. Nach Angaben der halbstaatlichen Deutschen Energie-Agentur (Dena) werden derzeit jährlich zwischen 0,9 und 1,3 Prozent aller Wohngebäude energetisch modernisiert: Laut Dena wäre eine Quote von 2,5 Prozent nötig.

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10 Kommentare zu "Gebäudesanierung: Wie die Regierung Hausbesitzer belastet"

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  • Ja, soo geht es den Ländern, die sowohl CO2 reduzieren wollen und gleichzeitig auf Kohle- und Gaskraftwerke setzten (Wind und Solaranlagen produzieren bekanntlich nur 1/3 der Zeit, wenn das Wetter "mitspielt"): Man muss sich stark einschränken! Der Strom wird nach einigen Schätzungen bald 30 cent pro Kilowatt kosten, d.h. es wird kalt im Winter und heiß im Sommer, es gibt noch mehr Fahrradfahrer (Elektoautos werden unbezahlbar), und einfach alles was mit Energie zusammenhängt wird teurer.

    Dabei gibt es wirklich "schlaue" Länder (die nicht einfach nur sagen sie wollen schlau sein) wie Frankreich, dort kommt 80% des Stroms aus Atomkraft, und der Strom kostet nur 10 cent pro Kilowatt, und das dauerhaft, denn weder CO2-Steuern noch Erdgaspreise haben Einfluß darauf. Widerstand aus der bevölkerung gibt es dort praktisch nicht, man ist technisch orientiert (und nicht "grün"). Ach und der berüchtigte "Atommüll"... der wird in Frankreich in einem einzigen Gebäude gelagert, das etwa die Größe einer Turnhalle hat, und das ist noch nicht mal voll.

    So sind die Unterschiede zwischen "dummen" Ländern und "schlauen" Ländern.

  • Die roten Parteien haben offenkundig nichts anderes zu tun, als ins Privateigentum hinein zu regieren. Gäbe es überzeugende wirtschaftliche Argumente für die energetische Sanierung, so wären die Eigentümer wohl die Ersten, die entschlossen handeln würden. Milchmädchenrechnungen schrecken eher ab. Statt des Hineinregierens in das Privateigentum sollten die berliner Funktionsklugen dafür sorgen, dass billige Energie aus dem Ausland auch billig beim Endverbraucher ankommt. Auch der Preisvorteil importierter baustoffe und Ausrüstungen zur energetischen Sanierung sollte beim Endverbraucher ungeschmälert ankommen. Die verbreitete Marktzerrüttung infolge wilden, steuersubventionierten Neubaus und gleichzeitig expodierende betriebskosten (Fremdkosten) belasten das Eigentum schwer. Folge: Unverzichtbare Grundmieteinnahmen werden undurchsetzbar. Auch auf gestiegenen instandhaltungskosten infolge der jüngsten Mehrwertsteuererhöhung bleiben Vermieter deshalb meist sitzen. Die Mehrwertsteuererhöhung mindert das budget für instandhaltung und energetische Sanierung direkt und unmittelbar. Die einseitige belastung des Eigentums mit Abgaben und beiträgen, die auf wissentlich falsche Wertsteigerungsbehauptung gestützt sind, gehört zu den ungestraften Verbrechen unserer Zeit. Mancherorts gehen die vermeintlichen Wertsteigerungen längst mit einem Verfall der Marktpreise einher. Die wirtschaftliche Fehlsteuerung dieses - mitunter unvermeidlichen - Paradoxons würde vermieden, wenn das Privateigentum mit den beiträgen und Abgaben Miteigentum erwerben könnte, statt den Kollektivismus zu stärken zu müssen.

  • Wenn wir die vielen Milliarden, die wir bis jetzt sinnlos in die Photovoltaik gesteckt haben, z. b. in Form von investitionsanreizen in die energetische Gebäudesanierung gesteckt hätten, hätten wir die Hälfte des Weges zum CO2-freien Haus schon hinter uns und wirklich etwas für die Umwelt getan.

    Von den aufs Auto fixierten Umweltschützern wird ja gerne ignoriert, dass in den Städten ein grosser Teil der Feinstaubbelastung aus dem Hausbrand stammt. Da enteignet man dann lieber die besitzer von wenige Jahre alten Dieselautos ohne Russfilter, auch wenn dieses der Umwelt keinen messbaren Vorteil bringt.

  • Hmm, sind wir realistisch, 1/3 des gesamten CO2 Ausstosses der bundesrepublik kommt aus der idiotischen braunkohle (quasi kein anderes Land der Welt nutzt diesen Müll).

    Selbst wenn die Gebäude nun 80% einsparen, bleibt der Gesamtausstoss nahezu gleich hoch, denn die industrie trägt auch noch mal einen grösseren Teil bei.

    Gut gedämmte Häuser sind was feines, das Wohnklima verbessert sich, möglichst sollten auch Häuser mit hinterlüfteten Fassaden und Dächern so gebaut werden daß sie sich selbst in den Schatten stellen und keine Kühlung notwendig ist.

    Leider werden Neubauten fast immer nur gerade eben an der Kante des erlaubten gebaut, was gesetzlich nicht gefordert ist, gibt's nicht, vor allem weil die Handwerker das nicht beherrschen und die Häuslebauer nicht gern Versuchskaninchen sind bei der grössten Anschaffung ihres Lebens.

    Aber Altbauten passend zu sanieren ist teilweise ein Ding der Unmöglichkeit, oft hässlich, und in manchen Fällen sogar kontraproduktiv.

    Hier sollte mit mehr Sachverstand und weniger Rasenmähermethode gearbeitet werden.

  • Deutsche voran. Wie immer und überall.
    Geht doch einmal durch eure Städte und überlegt euch Energiemaßnahmen für die Häuser, die ihr gerade anschaut. Na, klingelts?

    Wunderschöne, alte, verzierte Fassaden müssten verschwinden. Wie öde! Unser Kulturgut versinkt in einem großen Kessel Ökoideologen!

    Wann und wie ich mein Haus wärmeisolieren werde, entscheide ganz allein ich und nicht so ein Ökofritze. ich habe bestandsschutz und sehr viele andere Hausbesitzer auch.

    Zuletzt möchte ich gerne wissen, wieviel CO2 wir prozentual gemessen an allen Ländern ausstoßen. Die vielen aktiven Vulkane (ca. 1570) bitte dann auch mit einrechnen.

  • @worldwatch,
    Eigentümer zur Sanierung zu zwingen, ist gar nicht nötig, wenn allein schon deutlich wird, daß man in sehr vielen Fällen warmmietenneutral sanieren kann. Kommt dazu noch eine Förderung, müßte man doch echt mit dem Klammerbeutel gepudert sein, dies zu unterlassen. Allein die weitere Erhöhung der Energiebesteuerung wäre m.E. ein probates Mittel, hier auch stärker zu beschleunigen. Das hätte gleichzeitig einen innovationsscub im bauwesen zur Folge, eine Sache, für die DE ja (noch) steht. Fakt, ein Haus von 1930 kann heute als Energie-Gewinn-Haus saniert werden. Dann läßt es sich auch prima verkaufen, eines mit 30€/m² Heizkosten pro Jahr ist wertlos.

  • @Denkerist: Nein, eine 'Enteignung' ist es nicht. Denn, die "betroffenen" werden -zumind. der i.d. Gesetz zugrunde gelegten intention- nicht ungleich belastet.
    Auch ein enteignungsgleicher Eingriff ist es nicht, jedenfalls wenn und falls man das zugrundeliegende Gesetz als rechtmaessig i.S.d. verfassungsrechtl. Grundrechtsschutz ansaehe, oder das Gesetz nicht gegen Uebermassverbot verstiesse.
    Daruber aber liesse sich vortrefflich, akademisch streiten. Und es bleit abzuwarten, wann der erste Haeusleeigentuemer gegen das Gesetz vor dem bVerfG klagte.

    Es ist jedenfalls ein eklatanter Verstoss gegen das Gleichheitsprinzip.
    Nicht so sehr, weil es halt arme und reiche immobilienbesitzer in D. gibt, die die "gleiche" Gesetzesauflage -jedoch finanziell voellig ungleich- treffen wird.
    Das Ziel des Gesetzesvorhaben, die CO2-Emissionen der immobilien NUR der Eigentuemer im EU-Land bundesrepublik isoliert u. gesetzlich zwangssenken zu wollen, ist ein Verstoss gegen die Gleichheitsgrundsaetze i.d. EU.

    Warum sollte ein solcher Kerneingriff in bestehendes (immobilien-)Eigentum nur deutsche EU-Eigentuemer treffen?
    Waehrend die Nachbarimmobilien, und teilw. nur wenige Meter entfernt v. deut. immobilien, in den EU-Nachbarlaendern, keine(rlei) gesetzliche CO2-Senkungsauflagen vorsehen, werden die immobilieneigentuemer in D. einseitig u. -m.M.n.- rechtswidrig belastet.
    Die Massnahme ist hierzu weder geeignet, noch erforderlich, noch angemessen, und belastet einen deutschen EU-immobilieneigetuemer gegenueber den EU-Nachbarbuerger mit Hauseigentum ueber Gebuehr.

    Ueberdies ist der Eingriff in bestehende (vorausgesetzt es handelt sich um legale, endabgenommene) immobilien, auch ein Verstoss gegen das Rueckwirkungsverbot.
    Das Vertrauen in den unveraenderten, baurechtlich genehmigten Fort- u. Nutzungsbestand des immobilieneigentums, wird rueckwirkend entkraeftet, gleichwohl am Grundbescheid (= genehmigte immobilienerrichtung) nichts veraendert wurde. Hier wird der bestandsschutz eklatant verletzt.

  • Die stetig steigenden Energiekosten sorgen bei selbstgenutztem Wohneigentum von selbst dafür, das dort saniert wird. Anders sieht das bei Mietobjekten aus. Hier wäre es sehr einfach, die Relation zwischen Miete und Mietnebenkosten zu deckeln. Entstehen dann -wegen Veralterung- zu hohe Energiekosten, so fallen diese auf den Vermieter zurück. Er hat dann Motivation, etwas zu tun. Man denke bitte auch mal an den Verwaltungaufwand, der eine umfangreiche Regulierung zwangläufig begleitet. Schafft zwar wieder behördenarbeitsplätze, aber ist das auf Dauer bezahlbar?

  • Was die hohen Herrn von Haus + Grund und Co. leider immer wieder gern vergessen ist die durch eine Sanierung ausgelöste Einsparung. Es wird gern erstmal mit Horrorzahlen um sich geschmissen, nach dem Prinzip erstmal alles an die Wand schmeissen, mal schauen was hängenbleibt.

    Eine professionelle Sanierung mit vorgeschalter Effizienzanalyse ermöglicht Einsparpotentiale größer 60 %, dieses Potential gilt es zu heben. Auch wird mit keinem Wort die Wohnwertverbesserung und die Steigerung der Wohnbehaglichkeit = bessere Vermietbarkeit einer sanierten immobilie erwähnt, schade eigentlich.

    Unabhängie Effizienzexperten finden sanierungs- und modernisierungswillige im Suchportal "Energieberater-Suche" unter www.Energieberater-Suche.de

  • Na ich denke mal, da werden wohl zahllose Hausbesitzer enteignet. Hatten wir ja im Osten schon, im Rahmen der Zwangsabgaben für Straßen und Abwasser wurden nicht wenige ihre selbst gebaute unb jahrelang genutzte schuldenfreie immobilie los. besonders in guten Wohnlagen fanden sich auch schnell neue Eigentümer damals vorwiegend aus den alten bundesländern.

    Nun wird also bundesweit zwangsenteignet - wenn es nach dem Wille der Schwarz-Geld Regierung und ihrer Hintermänner geht. Käufer werden die Reichen sein, die deren Gewinne wir im Rahmen der Zahlungen für die Finanzkrise noch Jahrzehnte bezahlen müssen.

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