Gefahr böser Überraschungen
Fallstricke beim Fertighausvertrag

Um sich nicht monatelang auf der Baustelle mit Handwerkern herumzuschlagen zu müssen, wählen viele Bauherren ein Fertighaus. Das ist schnell aufgebaut und auch persönliche Gestaltungswünsche können eingebracht werden. Dennoch sollte der Vertrag genau auf Herz und Nieren geprüft und einige Fragen gestellt werden.

Denn manche Vertragsdetails können zu unangenehmen Überraschungen führen, warnt die ING-Diba-Bank, die die wichtigsten Fragen zum Vertrag benennt.

BGB oder VOB

Es macht einen Unterschied, ob der Fertighausvertrag auf den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) oder auf der so genannten Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) beruht. Ersteres gilt automatisch, sofern nicht ausdrücklich die VOB vereinbart wurde. Ein wichtiger Unterschied: Bei BGB-Verträgen hat der Bauherr fünf Jahre Gewährleistung, bei VOB-Verträgen sind es nur vier Jahre. Allerdings können Bauherr und Fertighaushersteller bei VOB-Verträgen vertraglich auch Fünf-Jahres-Fristen vereinbaren.

Bau- und Leistungsbeschreibung

Bau- und Leistungsbeschreibungen sind ein wesentlicher Bestandteil des Fertighausvertrages. Sie sollten möglichst detailliert beschreiben, welche Arbeiten, Ausstattungen und Produktqualitäten geliefert werden. Hinter schwammigen Formulierungen wie: „hochwertige Sanitärinstallationen“ kann sich hingegen vieles verbergen. Besser: die einzelnen Ausstattungselemente, Hersteller und Typ werden exakt benannt. Vorsicht: Alles, was nicht in der Bau- und Leistungsbeschreibung steht, kann der Bauherr später auch nicht einfordern.

Pflichten des Bauherrn

Im Fertighausvertrag werden auch die Pflichten des Bauherrn geregelt. Zum Beispiel, ob er sich um bestimmte Arbeiten am Grundstück selber kümmern muss, etwa die Bereitstellung von Lagermöglichkeiten für Baumaterial oder die Versorgung mit Baustrom und Wasser. Geht hier etwas schief, kann es zu kostspieligen Verzögerungen kommen.

Baubeginn und Fertigstellungstermin

Ein exakt festgelegter Fertigstellungstermin spart dem Bauherrn Geld: Denn wenn sich die Fertigstellung verzögert, muss der Bauherr weiterhin Miete zahlen und zusätzlich noch Darlehensraten für das noch nicht fertige Haus. Deshalb sollten im Vertrag exakt Baubeginn und Fertigstellungstermin geregelt sein. Außerdem sollte im Vertrag auch festgelegt sein, was unter „bezugsfertig“ zu verstehen ist. Dieser Begriff muss nicht bedeuten, dass das Haus komplett fertig ist. Je nach Vertragsgestaltung kann dies auch heißen, dass beispielsweise noch Fußleisten fehlen.



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