Geldwäsche
Britische Immobilien locken schmutziges Geld an

Britische Luxusimmobilien laden förmlich zur Geldwäsche ein, sagt eine Studie. Die Käufer zahlen entweder mit Bargeld oder erkaufen sich ihre Anonymität. Das lockt vor allem Käufer aus dubiosen Steueroasen.
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LondonAusländische Firmen, die in Großbritannien Immobilien kaufen, sollten offenlegen müssen, wer die eigentlichen Eigentümer sind. Damit könnte das Risiko verringert werden, dass schmutziges Geld für den Kauf verwendet wird. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Transparency International UK.

Insgesamt hat Transparency International zehn Maßnahmen empfohlen, die Kriminelle davon abhalten sollen, die Gelder aus illegalen Aktivitäten durch britische Immobilien zu waschen. So sollte es eine Obergrenze für den Kauf mit Bargeld geben. Auch sollten Immobilienmakler den Hintergrund von Käufern und Verkäufern überprüfen, heißt es in der am Mittwoch vorgelegten Studie.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass die Strafverfolger lediglich ein Prozent der gesamten Geldwäscheflüsse entdecken, erklärte Transparency International. Gleichwohl hat die britische Polizei in den letzten zehn Jahren Ermittlungen bei Immobilien im Wert von über 180 Millionen Pfund (248 Millionen Euro) durchgeführt. Eine große Herausforderung dabei ist, dass viele Luxusimmobilien Firmen gehören, die in Steuerparadiesen registriert sind, die nicht offenlegen, wer die wahren Eigentümer sind. Damit wird es schwierig, illegale Investments zu identifizieren.

„Unsere Daten legen nahe, dass die Quellen ausländischer Investments für die teuersten britischen Immobilien tendenziell aus solchen Regionen der Welt stammen, die im Inland mit erheblicher Korruption im öffentlichen Dienst zu tun haben“, sagte Nick Maxwell, Leiter der Analyse bei Transparency International. Der Studie zufolge machen Investoren aus Osteuropa und Russland einen Großteil der Käufer teurer Londoner Immobilien aus.

In London gibt es 40.725 Immobilien, die ausländischen Firmen gehören. Davon haben 89 Prozent ihren Sitz in Steueroasen wie den britischen Virgin Islands, Jersey und der Isle of Man. Offshore-Gesellschaften können der Studie zufolge für 1000 Dollar in weniger als 48 Stunden gegründet werden, mitunter ohne Identitätsdokumente.

Indessen untersucht die britische National Crime Agency, weshalb eine neue Steuer von bis zu 143.750 Pfund jährlich, die Eigentümer von Luxusimmobilien zahlen, damit ihr Name geheim bleibt, im vergangenen Jahr 100 Million Pfund einbrachte - fast fünfmal mehr als erwartet.

„Großbritannien hat zweifellos beeindruckende Fortschritte zur Verbesserung der Transparenz bei Firmen gemacht”, sagte Maxwell. Gleichwohl gebe es „klare Transparenzdefizite“ bei den Immobilieninvestments geheimer Offshore-Gesellschaften.

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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Das muss auch gesagt werden: Deutschland hinkt beim Kampf gegen die Geldwäsche internationalen Standards hinterher. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngste Bericht der OECD-Geldwäsche-Experten, der Financial Action Task Force (FATF). Die internationale Studie kritisiert unzureichende Kontrolle von Maklern, Juwelieren und Kasinos. Das Finanzministerium gelobt Besserung. Aus dem Handelsblatt

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