Geplante Immobilien-AGs setzen Unternehmenskapital frei
Das Ende des Backstein-Portfolios

In Deutschland befinden sich über 70 Prozent der Unternehmensimmobilien im Eigentum des Nutzers, rund 1100 Milliarden Euro sind so gebunden und fehlen den Unternehmen für Investitionen in das Kerngeschäft.

Der angesichts der heute vorherrschenden Baumaterialien Beton, Stahl und Glas eigentlich veraltete Begriff Backsteinportfolio für den Immobilienbesitz deutscher Unternehmen ist angesichts dieser Zahlen zeitgemäß: Wie ein mit Backsteinen gefüllter Rucksack auf den Schultern des Trägers lastet, hemmt der übermäßige Immobilienbesitz die Unternehmensentwicklung, bremst Wachstum und Beschäftigung.

Steuertransparente Immobilien-Invest-AGs nach dem Vorbild US-amerikanischer Real Estate Investment Trusts (Reits) wären ein effizienter Weg für Unternehmen, gebundenes Kapital wieder nutzbar zu machen. Darüber hinaus würde eine Einführung der Reits den deutschen Immobilienmarkt im großen Maß für institutionelles Kapital vor allem aus dem Ausland öffnen. Experten rechnen mit bis zu 86 Mrd. Euro Mittelzufluss bis zum Jahr 2010 – Geld, das ansonsten an Deutschland vorbeifließt.

Reits treten damit neben die offenen Immobilienfonds, die sich – auch wenn sich am Markt zeitweise viel Verunsicherung über ihren Wert verbreitet hat – als Medium zur langfristigen Anlage in der Asset-Klasse Immobilien bewährt haben. Offene Fonds eignen sich allerdings weniger dazu, kurzfristige, auch volatile Liquidität von institutionellen Anlegern aufzunehmen. Diese Lücke füllen die Reits.

Voraussetzung dafür ist ein regulativer Rahmen, der den internationalen Standards entspricht: transparente Besteuerung beim Anteilseigner, Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards, Fokussierung auf Immobilien. Eine zu starke Regulierung oder gar ein deutscher Sonderweg wären aber kontraproduktiv. Damit auch Versicherungen und Pensionsfonds ausreichend in Immobilien-Invest-AGs investieren können, sollten entsprechende Anlagen den Immobilien im Portfolio und nicht dem Aktienbesitz zugerechnet werden.

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