Geschäft mit Büroimmobilien
Wiener Büromieter üben sich in Understatement

Auch beim Geschäft mit Büroimmobilien hat die Finanzkrise Spuren hinterlassen. Zwar bleibt die Donaumetropole ein Hort der Stabilität, doch immer mehr Firmen suchen günstigere Büros - und ziehen sich aus der teuren Wiener Innenstadt zurück.

WIEN. Weniger Bewegung ist in diesem Jahr auf dem Wiener Markt für Büroimmobilien zu erwarten - eine unmittelbare Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Zahl der Büroneubauten wird 2009 zurückgehen, Neuvermietungen gibt es vor allem im Immobilienbestand. Allerdings ist die österreichische Hauptstadt ein Hort der Stabilität: Wegen der vergleichsweise geringen Leerstandsrate rechnen Makler und Immobilienentwickler in Wien mit vergleichsweise wenig Druck auf die Mietpreise.

"Die Neuflächenproduktion wird sich 2009 auf einem geringeren Niveau bewegen", erwartet Alexandra Ehrenberger, Leiterin des Research beim Wiener Makler CPB Immobilientreuhand. 2008 seien in der Stadt an der Donau neue Büros mit einer Gesamtfläche von 220 000 Quadratmetern (qm) fertiggestellt worden, nach den ersten Schätzungen soll es in diesem Jahr nur noch an die 195 000 qm an neuen Flächen geben. Investoren reagieren damit auf die Krise und die erschwerten Finanzierungsbedingungen.

"Wir werden in diesem Jahr keine neuen Projekte anfassen", sagt beispielsweise Michael Müller, Chef und Eigentümer des Wiener Immobilienentwicklers Eyemaxx. Und das gelte nicht nur für sein Unternehmen, die gesamte Branche werde neue Bürobauten nur in eingeschränktem Umfang beginnen können. Müller hat eine einfache Erklärung dafür: Mit neuen Büros in Wien lasse sich nicht mehr soviel verdienen wie in der Vergangenheit. Höhere Eigenkapitalanforderungen der Banken und tendenziell leicht sinkende Verkaufspreise schmälerten die Ertragschancen. Deutsche Immobilienfonds hätten sich zum Teil schon vom Wiener Büromarkt zurückgezogen.

Gleichwohl rechnet die CPB Immobilientreuhand damit, dass sich die Gesamtfläche der in diesem Jahr vermieteten Büros in Wien nicht verändern wird. 300 000 qm seien es 2008 gewesen, dieselbe Zahl sei 2009 zu erwarten, glaubt Research-Leiterin Ehrenberger.

Sie hat einen Trend ausgemacht, der das Geschäft mit Büroimmobilien in diesem Jahr bestimmen soll. "Understatement ist der neue Trend am Standort Wien", sagt sie. In Anbetracht der Wirtschaftskrise sei mit einer steigenden Nachfrage im mittleren Preissegment zu rechnen. Mieter von Büroflächen würden sich verstärkt aus der teuren Wiener Innenstadt zurückziehen und Immobilien in gut gelegenen Randlagen in der Nähe der City anmieten. Kostensenkung sei eine klare Devise für die meisten Unternehmen. Die angemietete Bürofläche je Mitarbeiter werde weiter fallen und sich bei 13,5 Quadratmetern je Beschäftigtem einpendeln. Auf Unternehmensseite sei auch das Interesse an Büros mit verminderten Nebenkosten groß - etwa an energieeffizienten Gebäuden.

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