Gewerbe-Immobilien: Spanien bietet wieder Perspektiven

Gewerbe-Immobilien
Spanien bietet wieder Perspektiven

Internationale Anleger nutzen die in der Krise gesunkenen Preise und kaufen wieder Büros und Shoppingcenter. Sie zu vermieten, bleibt jedoch schwierig.

MADRID. Die spanische Wirtschaft robbt sich mit minimalen Wachstumsraten aus der Rezession – und auf dem Gewerbeimmobilienmarkt stehen die Schnäppchenjäger bereit.

Noch 2009 hatten allenfalls reiche spanische Familien und deren Vermögensverwalter gekauft und sich dabei auf die besten Geschäftsviertel in den Stadtzentren der Metropolen Madrid und Barcelona konzentriert. Seit ein paar Monaten aber beobachten Immobilienberater und -makler aber auch wieder ein steigendes Interesse von professionellen Investoren aus dem Ausland.

Auch deutsche Investoren meldeten sich 2010 in Spanien zurück – darunter die Deutsche-Bank-Tochter Reef, das deutsche Immobilien-Investmenthaus der schwedischen Bank SEB, die Immobilienfondstochter der Sparkassen, Deka und Generali Lend Lease (GLL), ein Gemeinschaftsunternehmen des britischen Immobilienunternehmens Lend Lease und der Generali Versicherung.

„Angesichts der makroökonomischen Situation suchen internationale Investoren allerdings defensive Produkte, also Immobilien in besten Lagen, die für mehr als zehn Jahre an finanzstarke Unternehmen vermietet sind“, sagt Danny Kinnoch vom Immobilienberater Savills in Spanien.

So erstand Deka Immobilien im Sommer 2010 eine Büroimmobilie an Barcelonas Hauptverkehrsader Avenida Diagonal für 145 Millionen Euro sowie ein fast komplett vermietetes, 53 000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum im Einzugsgebiet der baskischen Industriestadt Bilbao für weitere 116 Millionen Euro.

Insgesamt stieg das Investitionsvolumen in den beiden größten spanischen Städten 2010 um knapp 30 Prozent an – ein Drittel der Gesamtsumme von 1,3 Milliarden Euro steuerten institutionelle Investoren bei.

Besonders attraktiv sind offenbar Transaktionen, bei denen der Verkäufer sein Gebäude gleich wieder zurückmietet („Sale-and-Lease-back“). Allein diese Deals machten im vergangenen Jahr etwa ein Viertel des Investitionsvolumens aus.

Für spanische Unternehmen ist der Verkauf und die anschließende Anmietung ihrer Büros eine beliebte Möglichkeit, ihre Bilanz aufzupolieren. So verkaufte die Bank Sabadell gerade 378 ihrer Büros in einem 250 Millionen Euro schweren Deal mit dem britischen Fonds Moorpark und wird zugleich Mieterin der veräußerten Flächen.

Größeres Interesse spüren die Real-Estate-Firmen aber auch an gutem Bauland, für das die Preise seit Beginn der Krise stark gefallen sind. Diese Trends werden auch das laufende Jahr bestimmen, erwarten die Experten vom Immobilienberater Aguirre Newman: „Das Investitionsvolumen dürfte im gleichen Rhythmus wie 2010 steigen, internationale institutionelle Investoren werden ihre Kaufaktivitäten noch verstärken.“

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