Gewerbeimmobilien
Häuslebauer außer Reichweite

Nach der Lehmann-Pleite werden Gewerbeimmobilien für manche Investoren unfinanzierbar. Banken vergeben Kredite nun noch vorsichtiger, als sie dies seit Beginn der Finanzkrise ohnehin schon tun. In der Folge wird das Transaktionsvolumen noch geringer ausfallen als angenommen - Eigenheim-Finanzierer müssen sich trotz Bankenkrise dennoch keine Sorgen machen.

DÜSSELDORF. "Seit Ausbruch der Kreditkrise vergeben wir im Immobilien-Neugeschäft Kredite restriktiver. Nach dem Ausfall der Investmentbanken konzentrieren sich Banken wie die HSH Nordbank auf Kunden, mit denen sie langjährige Geschäftsbeziehungen pflegen", sagt Peter Axmann, der den Unternehmensbereich Immobilienkunden der HSH Nordbank leitet.

Immobiliendienstleister wie Savills beobachten, dass die Finanzierungsgespräche mit den Banken wesentlich länger dauern als noch vor einem Jahr, weil die Banken Kunden und Kaufobjekt sehr viel intensiver prüfen.

Doch auch nun anstehende Darlehensprolongationen sind kein Selbstläufer. Robin L. Fritz, Rechtsanwalt bei der Frankfurter Kanzlei FPS Fritze Paul Selig sagt: "Anschlussfinanzierungen werden mühsamer. Kreditverträge, die vor drei und fünf Jahren locker abzuschließen waren, sind heute nicht mehr möglich." FPS war nach eigenen Angeben in den vergangenen zwei Jahren an Deals in der Größenordnung von 15 Mrd. Euro als Berater beteiligt.

Eng wird es, wenn Eigenkapital knapp ist, denn die Kreditbranche ist selbstkritischer geworden: "Vielleicht haben die Banken in der Vergangenheit manchmal zu wenig Eigenkapital gefordert", sagt HSH-Nordbanker Axmann.

Es sei gut möglich, dass Immobilienpakete auf den Markt kämen, weil ihre Eigner Probleme bei der Anschlussfinanzierung befürchteten, sagt Savills-Deutschland-Geschäftsführer Roy Frydling.

"Die Käufer sind sehr wählerisch", beobachtet Lutz Behrendt, Geschäftsführer der DTZ Deutschland Holding. Gesucht würden zurzeit "Core- und Core-Plus-Gebäude". So nennt die Branche Gebäude, die langfristig voll an Mieter bester Bonität vermietet sind und in sehr guten Lagen stehen. Typische Interessenten dafür sind die eigenkapitalstarken offenen Immobilienfonds und Altersvorsorgeeinrichtungen.

Die nach dem Desaster amerikanischer Investmentbanken nochmals vorsichtigeren Banken sorgen dafür, dass die Immobiliendienstleister ihre Prognosen für den Investmentmarkt nach unten korrigieren. Bisher hofften sie, dass mit Besitzwechseln im Wert von 30 Mrd. Euro das Minus im gesamten Jahr geringer als 50 Prozent ausfällt. Doch nun erwartet Savills-Experte Frydling 25 Mrd. Euro; und Fabian Klein vom internationalen Dienstleister CB Richard Ellis rechnet nun schlimmstenfalls mit 20 Mrd. Euro Transaktionsvolumen. Im Jahr 2007 wurden 55 Mrd. Euro umgesetzt.

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