Gewerbeimmobilien
Hauptsache Merkel – Immobilien-Hype hält an

Das Ergebnis der Bundestagswahl lässt die Immobilienbranche kalt. Im Ausland heißt es: Hauptsache Merkel regiert. Und deshalb werden munter weiter deutsche Immobilien gekauft – ein Umsatzrekord ist in Sicht.
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MünchenDie rechtspopulistische AfD ist im Bundestag, die beiden großen Volksparteien CDU und SPD haben viele Wähler verloren, und Bundeskanzlerin Angela Merkel steht vor schwierigen Koalitionsverhandlungen. Die Deutschen grübeln noch immer über das Wahlergebnis. Für die ausländischen Immobilieninvestoren ist es dagegen ein „Non-Event“. So hieß es in einem der vielen Diskussionsforen auf der Expo Real in München, einer der beiden wichtigsten Immobilienmessen in Europa, die am Freitag zu Ende geht.

Die Wahl habe „null Effekt“ auf das Verhalten ausländischer Investoren, sagt Bruce Traversy, Investment-Chef der weltweit anlegenden kanadischen Immobilienaktiengesellschaft Dream Global Reit. Christian Ulbrich, deutscher Präsident und CEO des weltweit agierenden US-Immobilienberaters JLL bestätigt dies wie viele andere Spitzenkräfte der deutschen Immobilienwirtschaft.

Merkel bleibt Kanzlerin, alles andere interessiere im Ausland nicht, berichten unisono die, die Geld aus dem Ausland für deutsche Liegenschaften einwerben. Fast die Hälfte der 39,5 Milliarden Euro, die in den ersten neun Monaten nach Zahlen von BNP Paribas Real Estate auf dem deutschen Immobilieninvestmentmarkt umgesetzt wurden, kamen aus dem Ausland. Für Piotr Bienkowski, Deutschland-Chef des vor allem in Europa starken Immobiliendienstleisters, steuert der deutsche Gewerbeimmobilienmarkt in diesem Jahr auf ein Rekordtransaktionsvolumen von 60 Milliarden Euro zu. JLL-Deutschland prognostiziert vorsichtiger 53 Milliarden Euro, womit das Rekordvolumen von 2015 nur um zwei Milliarden Euro verfehlt würde.

„Im Moment wird Deutschland im Ausland vollkommen überhöht“, stellt JLL-Chef Ulbrich fest. Für das Deutschland-Faible ausländischer Investoren sprechen aber fundamentale Gründe. Gerade wurden die Wachstumserwartungen für die deutsche Wirtschaft nach oben revidiert. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hoben ihre Wachstumsraten für das laufende Jahr von 1,5 auf 1,9 Prozent an.

Im nächsten Jahr soll das Bruttoinlandsprodukt ihrer Meinung nach sogar um 2,1 Prozent klettern, ein Plus von 0,3 Prozentpunkten gegenüber der Frühjahresprognose. „Zurzeit kommt das Geld von überall“, stellt Ulbrich fest. Auffällig viel Kapital fließt aus China über Hongkong nach Deutschland. Koreaner seien als Käufer und Verkäufer aktiv. Sie nutzten die Zeit, um zu verkaufen, sagt Ulbrich.

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