Gewerbeimmobilien
Investoren gehen wieder auf Einkaufstour

Internationale Finanzinvestoren sind auf dem deutschen Immobilienmarkt wieder aktiver. Die Mieten wachsen zwar eher unterdurchschnittlich, doch viele Großanleger schätzen die Stabilität auf dem Markt.
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BerlinSchweinezyklus nennen Volkswirte das Auf und Ab an den Gütermärkten. Dieser Zyklus funktioniert auch auf dem Immobilienmarkt. Im Moment geht es in Deutschland und in den wichtigsten westeuropäischen Ländern aufwärts, lautete der Tenor auf der 11. Handelsblatt-Jahrestagung Immobilienwirtschaft in Berlin. Mieten und Umsätze auf den Gewerbeimmobilienmärkten steigen.

Es sei Zeit, in das Mietpreiswachstum in Deutschland zu investieren, sagte Marcus Lemli, für das Investmentgeschäft des weltweit agierenden Immobiliendienstleisters Jones Lang Lasalle (JLL) in Deutschland verantwortlich. Noch entsprechen die Mieterhöhungen nicht den Erwartungen. „Der Vermietungsmarkt wird dynamischer“, erwartet Lemli. Ein Grund: Das Volumen der im Bau befindlichen Gewerbeimmobilien ist JLL zufolge in Europa auf einem historisch niedrigen Niveau.

Die Immobilienwerte werden anders als in der Boomphase 2004 bis 2007 von steigenden Mieten und nicht durch preistreibende Bietergefechte auf dem Investmentmarkt klettern. Die damals nach oben schießenden Preise färbten auch auf die Buchwerte all jener Immobilien ab, die eigentlich gar nicht verkauft werden sollten.

Auf dem Investmentmarkt kündigen Großtransaktionen den Aufschwung an. Zu den größten Transaktionen in der jüngsten Zeit gehört der Erwerb des Hamburger Einkaufszentrums „Hamburger Meile“ im Stadtteil Barmbek durch die Real I.S.

Der Anbieter von Fonds für private und institutionelle Investoren zahlte für das komplett modernisierte, 40 Jahre alte Center 250 Millionen Euro. War es in diesem Fall ein deutscher Investor, so stellte Lemli auf dem Podium fest: „Der Anteil der ausländischen Investoren steigt stetig.“ Eine Einschätzung die Fabian Klein, Investmentchef Deutschland von JLL-Wettbewerber CB Richard Ellis (CBRE), am Rande der Tagung bestätigte.

Folgt man dem Branchengeflüster auf der Tagung, sind die bekannten großen Finanzinvestoren wie Blackstone, die Goldman-Sachs-Tochter Whitehall wie auch Vertreter von Morgan Stanley Real Estate Funds (MSREF) wieder aktiver in Deutschland. Vor einem Dreivierteljahr hatte ein MSREF-Fonds gemeinsam mit Redos Real Estate für geschätzt 100 Millionen Euro mehrere Einzelhandelsgebäude von den Metro-Großaktionären, den Familien Haniel, Ruthenbeck und Otto Beisheim, erworben. Angeblich soll ein Geschäft in gleicher Größenordnung in Vorbereitung sein.

Deutschland profitierte von den grenzüberschreitenden Immobilieninvestitionen, die im ersten Quartal 2011 gegenüber der Vorjahresperiode um ein Viertel auf 37 Milliarden Dollar zugenommen haben. „Die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika übt eine starke Anziehungskraft auf internationale Investoren aus“, kommentierte jüngst Arthur de Haast, Leiter des internationalen Investmentgeschäfts bei JLL, die Entwicklung. Deutschland spielt dabei eine Spitzenrolle, denn es ist nach den USA, Großbritannien und knapp hinter Japan das Land mit dem viertgrößten Immobilienmarktumsatz.

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