Griechenland und Türkei
Sonnenplatz am Meer

"Die Insel Kythnos ist von Athen durch die gute Fährverbindung in nur einer Stunde zu erreichen, und die Immobilienwerte sind bisher noch niedrig", schwärmt der griechische Immobilienrecht-Spezialist Dimitris Ziouvas. Ferienimmobilien in Griechenland und auch in der Türkei sind gefragt. Doch Vorsicht: Beim Kauf drohen in beiden Ländern rechtliche Fallstricke.

DÜSSELDORF. Deutsche Käufer suchen nach seiner Erfahrung 70 bis 100 Quadratmeter große, ein- bis zweistöckige Häuschen mit Meerblick, Garten und Grillplatz für 200 000 bis 300 000 Euro. Kreta und Südpeloponnes sind besonders gefragt. Kaufentscheidend ist dabei die Verkehrsanbindung nach Deutschland. "Als erstes die Flugverbindung klären", rät auch Peter Schöllhorn von der Deutschen Schutzvereinigung Auslandsimmobilien.

Ist dann ein gut erreichbares Traumhaus gefunden, müssen Käufer zuerst wissen, wem es gehört. Ein nach Grundstücken sortiertes Immobilienkataster wird in Griechenland gerade erst aufgebaut. Immobilienübertragungen werden in vielen Regionen nur bei den beteiligten Personen vermerkt. Überdies war es in Griechenland möglich, sich eine Immobilie zu "ersitzen". Wer ein Haus 20 Jahre bewohnt (besitzt), gilt in Griechenland als rechtmäßiger Eigentümer. Damit ein gültiger Kaufvertrag zustande kommt, müssen die Eigentumsverhältnisse deshalb über diesen Zeitraum zurückverfolgt werden.

Für in- und ausländische Käufer geht es deshalb nicht ohne Anwalt. Auch wer bereits einen Ferienimmobilie auf den Peloponnes, den Kykladen- oder den Dodekanes-Inseln sein eigen nennt, hat noch nicht alle Behördengänge hinter sich. Sobald eine griechische Region ins neue Katasterregister aufgenommen wird, müssen ausländische Eigner ihre Rechte innerhalb von sechs Monaten anmelden. "Wer die Frist versäumt, muss sich das erkaufte Eigentumsrecht noch einmal mühsam vor Gericht erstreiten", warnt Rechtsanwalt Ziouvas.

Auch in der Türkei lauern rechtliche Fallstricke. Zwar wurde der im April verhängte Erwerbsstop für ausländische Käufer Anfang Juli aufgehoben. Deutsche dürfen wieder kaufen, allerdings nicht in Gebieten ohne Bebauungs- und Lageplan und nicht in militärischen Sperr- oder Grenzgebieten. Überdies darf in der Türkei höchstens 0,5 Prozent der Fläche einer Provinz an Ausländer verkauft werden. Eine Genehmigung der Militärverwaltung ist deshalb nach wie vor erste Voraussetzung für den Kauf. Eigentumsrechte müssen geklärt und die Baugenehmigung für das Gebäude sollte geprüft werden. Trotz dieser rechtlichen Klippen ist Heike Tanbay von der Maklerkette Engel und Völkers optimistisch: "Wir rechnen damit, dass sich der Boom am türkischen Immobilienmarkt fortsetzen wird."

Seit Ende 2006 sind Immobilien nach ihren Beobachtungen um bis zu 50 Prozent teurer geworden. Doch der Markt hat sich geteilt. Die Quadratmeterpreise liegen zwischen 1 500 und 5 000 Euro. "Bei Wohnungen und kleineren Häusern ist ein Überangebot vorhanden, das auf die Preise drückt." Teuer bleibt der Platz in der ersten Reihe, direkt am Meer und für Villen in bevorzugter Lage steigen die Preise nach Angaben von Tanbay um 15 bis 25 Prozent pro Jahr. Deutsche Käufer suchen vor allem Sonne und Meer in eher ruhigen Gegenden zum Beispiel auf der Halbinsel Bodrum, die noch ruhige Buchten und unangetastete Dörfer neben den Touristenzentren mit Nachtleben, Yachthafen und Golfplatz bietet. Neue Häuser dürfen höchstens zweistöckig sein.

Individualisten sind gegenüber auf der Insel Zypern besser aufgehoben. Zu den Käufern zählen vor allem Freiberufler und Unternehmer, sagt Hermann Kersting von der Engel und Völkers Kette auf Zypern. Durch den Bauboom auf Zypern gibt es für sie ein breit gefächertes Angebot.

Infos im Netz

www.immobilienrecht-europa.de
Auf der Homepage zum Handbuch Immobilienrecht wird ein Länderbericht zum Steuerrecht in Griechenland angeboten.

www.tuerkei-recht.de
Auf der Internetseite des Rechtsanwaltes Christian Rumpf finden sich alle wichtigen türkischen Gesetze unter anderen auch das Doppelbesteuerungsabkommen in deutscher Sprache.

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