Großbritannien
Kommt die nächste Immobilienblase?

Großbritannien möchte seinen Bausektor ankurbeln und verteilt großzügig Kredite. Doch Kritiker fürchten eine neue Immobilienblase und warnen vor einem Crash-Szenario – die Finanzkrise lässt grüßen.
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LondonTony Richmount ist froh, dass er sich damals noch nicht getraut hat: Vor einem Jahr hatte der Rentner aus dem bekannten Londoner Stadtteil Wimbledon kalte Füße bekommen, als er sein Haus verkaufen und in eine altersgerechte Wohnung umziehen wollte. Das war sein Glück. Denn für sein Eigenheim erhielt er kürzlich 725.000 Pfund - vor einem Jahr wären es nur 600.000 Pfund gewesen.

Preisanstiege von mehr als 20 Prozent innerhalb eines Jahres sind in Teilen der britischen Hauptstadt keine Seltenheit. Landesweit legen die Immobilienpreise einer Erhebung der Baufirma Nationwide zufolge so schnell wie seit drei Jahren nicht mehr zu.

Kredite sind dabei dank großzügiger staatlicher Unterstützung leicht zu bekommen. Kritiker auch innerhalb der Regierung befürchten nun, dass mit dem Geld vom Staat eine Immobilienblase entsteht. Das weckt Erinnerungen an den Ausbruch der Finanzkrise, die 2007 mit dem Crash auf dem US-Häusermarkt ihren Lauf nahm - „Subprime“ lässt grüßen. Dieser Begriff ist in den USA zum Synonym der Krise geworden: Unzählige Hausbesitzer mit nur geringer Bonität sind damals an Darlehen gekommen. Als die Häuserpreise nicht mehr stiegen, kollabierte das System.

Kaum Eigenkapital

Die Parallelen sind unverkennbar: Die Regierung in London will den Bausektor und damit die Konjunktur stützen. Auch Menschen mit wenig Eigenkapital soll der Traum vom eigenen Heim ermöglicht werden - und sei es nur eine sehr einfache Immobilie, um den ersten Schritt zu machen und sich später hochzuarbeiten. Wohnungs- oder Häuserkäufer müssen nur noch fünf Prozent der Kaufsumme selbst beisteuern - 75 Prozent kommen von der Bank, 20 Prozent als Darlehen vom Staat.

In Deutschland wäre so etwas undenkbar: In der Regel werden hierzulande um die 20 Prozent Eigenkapital verlangt, die Banken sind vorsichtig. Ganz abgesehen davon, dass die Deutschen selten auf spekulative Weiterverkäufe setzen, sondern zumeist ein Leben lang in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben.

Kommentare zu " Großbritannien: Kommt die nächste Immobilienblase?"

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  • oh man, immer dieses negativgelaber. wie lange sagt ihr schon das es ein crah gibt, eine blase platzt ? und ? nix passiert. wir haben keine blasen in deutschland. besonders nicht bei immos. würde jeder so kredite vergeben wir unsere banken, wäre es etwas ruhiger auf der welt

  • Was Journalisten alles so für einen Müll von sich geben. Und das nur, um das Blatt zu füllen...unglaublich.

    Wir leben seid längerem in einer einzigen RIESENGROßEN BLASE!!! UND DAS WELTWEIT! Mit einer MASSENVERELENDUNG WIE NIE ZUVOR!! Hauptsache die Jounalisten bekommen immer genug Spielgeld...Orwell war wohl ein Kindergarten gegen diese Verlogenheit der Menschen im jetzigen System!!

  • "Kommt die nächste Immobilienblase?"
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    War denn je eine weg?

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