Immobilien
Große schnüren kleine Pakete

Der Kauf von großen Wohnungs-Portfolios ist auf dem deutschen Immobilienmarkt alltäglich geworden. Neben angloamerikanischen Fonds und Pensionskassen, die sich erst ab Anlagesummen von 100 Mill. Euro engagieren, kommen inzwischen auch Käufer mit kleineren Budgets zum Zuge. Denn so mancher Großerwerber schnürt schon nach kurzer Zeit Teile seines Bestandes zu kleineren Paketen zusammen und verkauft sie weiter

HB KÖLN. Ausschlaggebend für das Interesse am deutschen Wohnungsmarkt ist der Anlagedruck der milliardenschweren Fonds, die ihre Paketkäufe bis zu 90 Prozent fremdfinanzieren (s. Tabelle). Sie versprechen ihren Geldgebern zweistellige Renditen und können dieses Versprechen wohl auch halten, solange die Immobilienrenditen - wie zurzeit - das niedrige Zinsniveau überschreiten.

"Wir befinden uns in diesem Markt eindeutig bereits in der zweiten, wenn nicht sogar dritten Verwertungsphase", erläutert Germano Tullio, Wohnungsmarktexperte beim Immobilienforschungsunternehmen Bulwien-Gesa. Was an Geschäftsmodellen wie dem der Vivacon AG liegt: "Wir kaufen en gros ein und verkaufen die Ware dann maßgeschneidert weiter", erläutert Marc Leffin, Vorstandsvorsitzender der Kölner Vivacon AG. Während ein Kunde auf keinen Fall Hochhäuser kaufen wolle, suche ein anderer genau diese. Der nächste wünsche nur voll vermietete Bestände, wieder ein anderer schaue nur nach Objekten in einer bestimmten Region.

Dank dieser facettenreichen Nachfrage können entsprechend strukturierte Bestände rasch "durchgehandelt" werden. Für den Wohnungsgroßhändler sind deshalb demographische Trends, Mietentwicklung und Wertsteigerungspotenziale nebensächlich. "Unser Gewinn liegt in der Handelsmarge", bringt es Leffin auf den Punkt. In Zahlen: Bei einem Einkaufspreis von 450 Euro pro Quadratmeter (qm) für das Großportfolio liege der Verkaufspreis zwischen 500 und 550 Euro/qm.

Den Verwertungsstrategien der internationalen Private-Equity-Fonds kommt das differenzierte Kundeninteresse entgegen. "Großinvestoren müssen erworbene Pakete in qualitativer Hinsicht bereinigen", erläutert Bulwien-Experte Tullio. Sie trennten sich von kleineren, regional verstreuten und darum besonders verwaltungsaufwendigen Beständen oder etwa von denkmalgeschützten Gebäuden. "Die Investoren erhalten dadurch einen Teil des eingesetzten Eigenkapitals relativ rasch zurück", ergänzt Christof Scholl, leitender Analyst und Berater beim Immobiliendienstleister Dr. Lübke.

Seite 1:

Große schnüren kleine Pakete

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%