Gute Chancen für junge Profis
Immobilienwirtschaft sucht versierte Experten

Früher waren Immobilien-Fachleute fast ausnahmslos Quereinsteiger. Erst 1994 entstanden die ersten Ausbildungsinstitute. Heute werden deren Bewerber teilweise schon vor dem Abschluss vom Markt weggekauft. Für die Studierenden bietet das Berufsfeld große Chancen.

BERLIN. Bis Anfang der neunziger Jahre gab es hierzulande kaum eine Möglichkeit, Immobilienwirtschaft zu studieren. Immobilien-Fachleute waren fast ausnahmslos Quereinsteiger – und das in einer Branche, deren Umsatz Experten auf rund eine Bill. Euro pro Jahr schätzen, rechnet man Finanzierer und Verkehrsunternehmen mit ein. Die ersten Ausbildungsinstitute begannen erst 1994, als der Lehrstuhl Immobilienökonomie an der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel und der Lehrstuhl für Immobilienwirtschaft in Leipzig eingerichtet wurden.

Bernd Heuer hat als Geschäftsführer des Seminaranbieters Bernd Heuer Dialog damals dazu beigetragen, dass die EBS ihre Türen für künftige Immobilienspezialisten öffnete: „Die Branche hatte ein sehr schlechtes Image“, sagt Heuer, der heute Vorstand der Agenda 4 ist, einer Initiative, die sich für einen interdisziplinären Ansatz in der Immobilienwirtschaft einsetzt. „Wir waren daran interessiert, Transparenz, Fachwissen und Persönlichkeiten hervorzubringen, die das ändern können.“

Offensichtlich mit Erfolg: „Heute bringen die jungen Leute vieles von dem mit, was wir früher in intensiven Schulungen vermitteln mussten“, sagt Susanne Ollmann, Personalchefin des Immobiliendienstleisters Aengevelt. Wissen über Maklerrecht, Verkaufsrecht, gewerbliches Mietvertragsrecht, Bau- und Planungsrecht sei heute in guten Ansätzen vorhanden. Aengevelt könne sich daher neben der praktischen Anwendung des theoretisch Erlernten oftmals auf Zusatzqualifikationen wie Rhetorik, Gedächtnistraining oder immobilienwirtschaftliches Englisch konzentrieren.

Aktuelle Daten, wie viele spezialisierte Studiengänge heute existieren, gibt es zwar nicht. Eine Handvoll hochkarätiger Ausbildungsstätten, deren Bewerber schon vor dem Abschluss vom Markt weggekauft werden, konkurriert mit einer wachsenden Anzahl noch junger Angebote. „In der Aus- und Weiterbildung beginnt sich sehr stark die Spreu vom Weizen zu trennen“, sagt Ingo-Hans Holz, Geschäftsführer des Projektentwicklers Beos und Gastprofessor an der TU Berlin.

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