Gute Objekte werden knapp
Städte buhlen um Einkaufszentren

In den 1970er-Jahren wollte jeder Bürgermeister einer Kleinstadt mit einem Hallenbad renommieren. Nun soll es ein innerstädtisches Shoppingcenter sein - denn für die Städte ist es wichtig, sich als "Vollsortimenter" anzubieten.

DÜSSELDORF. "Die Kommunen sind in einem Attraktivitätswettbewerb", erklärt Matthias Böning, Vorstandsvorsitzender des City-Center-Spezialisten MFI das Phänomen. "Ich sehe noch 60 bis 70 Standorte in Deutschland, die in den nächsten zehn Jahren realisiert werden könnten."

Für eine Stadt sei es wichtig, sich als "Vollsortimenter" anzubieten, meint Böning. Manche versuchen offensichtlich, dieses Ziel mit Einkaufszentren zu erreichen. Entwickler schieben Projekte an, wenn das Center aus einem Einzugsgebiet mit 250 000 bis 300 000 Menschen Einkommen abschöpfen können. Manches Einzugsgebiet wird wohl doppelt gezählt. Schon vor zwei Jahren sagte Marcus Hüttermann, damals noch Chef der Immobiliensparte der Parfümeriekette Douglas: Wenn er die von Betreibern ermittelten Einzugsgebiete zusammenrechne, müsse Deutschland ein Volk mit 110 Millionen Menschen sein. In Wahrheit sind es nur 82 Millionen Einwohner.

Die 15 000 bis 30 000 Quadratmeter (qm) großen Einkaufstempel kosten 120 Mio. bis 240 Mio. Euro und erzielen im Schnitt zwischen 25 und 35 Euro/qm Miete. Marktbeobachter EHI Retail Institut zählte Anfang des Jahres 414 Zentren mit mehr als 10 000 qm, davon 180 in Innenstädten, weitere 163 in Stadtteilen.

Manuel Jahn, Immobilienberater beim Konsumforscher GfK Geomarketing, beobachtet aktuell steigende Mieterträge in guten Shoppingcentern. Die Mietrenditen in solchen guten Zentren siedelt er ähnlich wie andere Experten um die sechs Prozent an. Allerdings werden die guten Objekte knapp: "Die Hälfte aller Center ist sanierungsbedürftig", sagt MFI-Chef Böning.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%