Gute Perspektiven
Landfieber in Indien lockt Investoren

Der Immobilienmarkt in Indien ist in Bewegung. Die Preise ziehen an. Die allgemein guten Perspektiven sind Investoren nicht verborgen geblieben.

HB NEU-DELHI. Vincent Lottefier hat alle Hände voll zu tun: "Manchmal fühle ich mich an die Dotcom-Zeiten erinnert", verrät der Indien-Chef des internationalen Immobilienberatungsunternehmens Jones Lang Lasalle (JLL). Nur hat er es nicht mit Bits und Bites zu tun, sondern mit Backstein und Beton.

Indiens Wirtschaftsaufschwung hat auf den Immobilienmarkt übergegriffen. Besonders fieberhaft gebaut wird in den Speckgürteln der Großstädte. Hier stampfen Bauherren Apartmentblocks und Einkaufszentren für eine schnell wachsende Mittelschicht aus dem Boden, und überall sprießen Bürokomplexe. Wilde Spekulation und ein knappes Angebot von Bauflächen lassen die Preise explodieren. Die Mieten für private und gewerbliche Objekte sind im Vorjahr im landesweiten Schnitt um ein Viertel gestiegen.

Kaufpreise ziehen noch schneller an. In bevorzugten Lagen Delhis, Bombays und Bangalores haben sie sich binnen eines Jahres verdoppelt. Wer sich vor zwei Jahren in der "NRI City" eingekauft hat, einer gesichtslosen Reihe von Wohnblocks in einer Vorstadt Delhis, darf sich sogar über eine Verfünffachung des Immobilienwerts freuen.

Indiens Immobilienmarkt war Ausländern lange verschlossen und ist nach wie vor fest in der Hand lokaler Firmen. Doch seit ihnen 2005 die Tür mit einer Teil-Liberalisierung geöffnet wurde, locken gute Wirtschaftsaussichten immer mehr internationale Investoren an. "Indien entwickelt sich zu einem der Märkte, in dem globale Immobilien-Player vertreten sein müssen", meint JLL-Experte Lottefier. Das Interesse sei spürbar gestiegen, viele Fonds zum Beispiel suchten aggressiv nach Gelegenheiten. Calpers, Tishman Speyer und Carlyle haben hohe dreistellige Millionenbeträge bereitgestellt. Morgan Stanley hat sich an Mantri Developers beteiligt, und auch Private-Equity-Firmen suchen nach Partnern.

Insgesamt wird der Bestand an gewerblichen Immobilien in Indien auf 300 Mrd. Dollar geschätzt. Das macht das Land zum viertgrößten Markt in Asien nach Japan, China und Südkorea. Doch nur jedes vierte Gebäude gilt als geeignet für Investments, und der Großteil davon ist nicht handelbar. Neubauten von Hotels, Büros und Einkaufszentren bis zu Containerterminals und Gewerbegebieten bieten den einfachsten Zugang zum Markt.

Erste Entwickler engagieren sich mit Milliardenbeträgen: So baut Emaar Properties aus Dubai zusammen mit der indischen MGF auf 1 200 Hektar eine Trabantenstadt bei Chandigarh. Indonesiens Salim-Gruppe plant einen milliardenteuren Industriepark und Wohnsiedlungen nahe Kalkutta. Die Singapurer Entwickler Keppel Land und Lee Kim Tah nehmen Siedlungen in Hyderabad und Madras (Chennai) in Angriff.

Seite 1:

Landfieber in Indien lockt Investoren

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%