Häuserkampf um Deutsche Wohnen: Vonovia verliert Übernahmeschlacht

Häuserkampf um Deutsche Wohnen
Vonovia verliert Übernahmeschlacht

Der Deal auf dem Immobilienmarkt zwischen Vonovia und Deutsche Wohnen ist geplatzt. Das wird den Vorstand von Deutsche Wohnen freuen: Er hatte erbittert gegen die Fusion gekämpft.
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FrankfurtDer größte Übernahmekampf in der Geschichte der europäischen Immobilienbranche ist missglückt. Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia ist mit dem Versuch gescheitert, den kleineren Konkurrenten Deutsche Wohnen (DW) zu schlucken.

Nur 30,4 Prozent der DW-Aktien wurden Vonovia angedient - das ist deutlich weniger als die angestrebten 50 Prozent. Zu wenig, um die Macht zu übernehmen. Vonovia-Chef Rolf Buch spricht dennoch davon „ein wirtschaftliches attraktives Angebot“ unterbreitet zu haben. „Unsere Argumente gegen die Transaktion haben den Markt überzeugt“, kommentierte DW-Vorstandschef Michael Zahn die gescheiterte Übernahme.

14 Milliarden Euro hätte es gekostet, elf DW-Aktien gegen sieben Vonovia-Titel plus 83,14 Euro zu tauschen. Ohnehin waren Kampf und Abwehrkampf auf beiden Seiten teuer genug. Insider schätzen, dass für Investmentbanken, Anwälte und Roadshows auf beiden Seiten jeweils bis zu 50 Millionen Euro bezahlt worden sind.

Ursprünglich wurde Vonovia-Boss Rolf Buch „zum Jagen getragen“, wie die Börsenzeitung nach der Ankündigung seiner Übernahmepläne schrieb. Druck übte auch ein Großaktionär aus: Der norwegische Staatsfonds Norges bot sogar seine DW-Aktien Vonovia an. Als Buch vor der Presse die Synergien aus dem Zusammenschluss von 84  Millionen Euro hervorhob, klang das in der Tat nicht so, als sei er Feuer und Flamme für den Deal.

Und Gegenspieler Michael Zahn sagte vor Weihnachten in einem Handelsblatt-Interview noch: „Der Übernahmekampf verläuft sportlich und fair. Wir sehen das Angebot als unattraktiv an und vertrauen darauf, dass unsere Aktionäre das auch erkennen.“ Doch in der Sache blieb er hart: Erstens: Der Preis sei inakzeptabel niedrig. Zweitens: Die Zusammenlegung vernichte Werte. Drittens: Die Risiken für die Aktionäre in der neuen Gesellschaft nähmen wegen der Verschuldung von Vonovia deutlich zu. Und viertens sei das Angebot „unklar und intransparent“, weil Vonovia die Mindestannahmeschwelle von 50,1 Prozent der DW-Aktien auch noch im letzten Moment heruntersetzen könne.

Als Buch dann tatsächlich die Annahmeschwelle senkte und die Inhaber der DW-Wandelschuldverschreibungen in sein Kalkül einbezog, wurde der Umgangston rau: Eine DW-Sprecherin warf Buch vor, er spreche „mit gespaltener Zunge“. DW hatte sich darauf verlassen, dass allein die Altaktionäre über den Deal entscheiden würden.

Doch je länger der Übernahmekampf dauerte, desto verbissener jagte Buch doch noch der Chance hinterher, den letzten großen Deal auf dem deutschen Wohnungsmarkt zu machen und einen Konzern mit mehr als 500 000 Wohnungen schaffen zu können.

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Börsencrash als Stimmungskiller?

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  • Um Wohnungen kämpfen bringt nichts. Danach sind sie meist nicht mehr bewohnbar.

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