Häusermarkt
Die Schattenseiten des Immobilienbooms

Stecken wir in einer Immobilienblase? Ja, aber nur in München und ein paar anderen Orten. Dort steigen die Preise immer weiter. Im Rest der Republik sieht es dagegen eher trist aus.
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KölnKonservativ seien seine Kunden, sagt Immobilienmakler Andreas Eck aus Geldern am Niederrhein. Riskante Aktienspekulationen liegen ihnen nicht, den Menschen in der ländlich geprägten Region nahe der deutsch-niederländischen Grenze.

Den Absturz der weltweiten Börsenkurse nach der Lehman-Pleite im September 2008 nahmen sie deshalb noch ziemlich gelassen hin. Als im vergangenen Herbst allerdings plötzlich der Euro in Gefahr geriet, wurden sie dann doch unruhig. In Gesprächen habe er immer wieder den Satz gehört: „Der Euro geht kaputt.“

Der Ausweg schien einfach – schnell eine Immobilie kaufen. „Nicht nur die Nachfrage nach Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen ist deutlich gestiegen“, sagt der Makler rückblickend, „die Kunden waren auch sehr viel schneller als sonst bereit, Nägel mit Köpfen zu machen.“

Was für das niederrheinische Städtchen Geldern gilt, das trifft auch für Deutschlands Großstädte zu. Ob in Berlin oder Köln, Hamburg oder München – Euro-Krise und historisch niedrige Zinsen für Baugeld beflügeln die Nachfrage; die Geschäfte der Immobilienvermittler und Bauträger laufen wie am Schnürchen.

Allein in Berlin wurden 2011 gut 31 Prozent mehr Eigentumswohnungen verkauft als im Jahr zuvor, berichtet Makler Jürgen Michael Schick. Das lässt die Preise steigen: In Berlin kosten Eigentumswohnungen laut Forschungsinstitut Empirica acht Prozent mehr als vor Jahresfrist. Gegenüber 2006 verteuerten sich die vier Wände auf der Etage sogar um 26 Prozent. München meldet ein Plus von neun Prozent zum Vorjahr.

Wer 2006 eine Wohnung in der bayerischen Landeshauptstadt erwarb, darf sich – zumindest rein rechnerisch – über einen Wertzuwachs von 28 Prozent freuen. Und auch in Geldern zogen die Preise an. Makler Eck berichtet von Steigerungsraten zwischen zwei und drei Prozent im Jahresverlauf.

Kommentare zu " Häusermarkt: Die Schattenseiten des Immobilienbooms"

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  • In Baden Baden wird momentan gebaut auf Teufel komm raus. GUTE Lagen sind extrem rar; aber wer weiss, vielleicht werden auch demnächst einige der vielen denkmalgeschützten Villen "geopfert". Ich denke, dass man hier eine gute Rendite erzielen kann.

  • Na ja, Immobilienboom am linken Niederrhein, ein Chimäre. Man sieht dass gerade teure Objekte- teuer ist hier ab 400tsd aufwärts teilweise jahrelang auf dem Markt sind, mal verschwinden sie, dann tauchen sie mit einem anderen Makler und niedrigerem Preis wieder im Internet auf. Verkauft werden die Villen und Gutshöfe dann aber auch nicht. Auf Zwangsversteigerungen nicken die Banken beim ersten Termin bei 70% ab und weg ist die Bude. In einem Boom ist beim Preis/Gutachten noch lange nicht Schluss, da geht der Bieterkampf erst richtig los. Hinzu kommt der demografische Wandel, immer mehr Buden aus den 70ern kommen auf den Markt, teilweise mit Ölheizung auf alle Fälle reif für die Grundsanierung. Hier kann man reihenweise Buden, teilweise freistehend für unter 150tsd. kaufen. Mieten ist noch billiger. Bei vielen Anzeigen geben die Vermieter oft nicht einmal mehr den Mietzins an, die sind froh einen vernünftigen Mieter zu finden. Wenn man "einen vernünftigen" Eindruck hinterlässt, kann man die geforderte Miete nocheinmal drücken. Insgesamt eine im Vergleich zum Restrheinland spottbillige Gegend. Ausnahme Kleve, hier kommen die Holländer aus dem Grenznahen Arnhem und Nijmwegen und versauen die Preise, Deutschland ist für die Kleinmexiko im Vergleich zu dem was man in NL für eine vergleichbare Immobilie auf den Tisch legen müsste. Also wenn Boom im Rheinland, dann Düsseldorf und vielleicht noch Köln. Der Rest, na ja...

  • Leider widersprechen Sie sich hier selbst. In den "guten Lagen" bekommen Sie vielleicht 4% Rendite vor Steuern und Verschleiß, wenn überhaupt. Unterm Strich bleibt da wenig bis nichts. Immobilienkauf ist in diesen Lagen z.Zt. eine riskante Spekulation auf dramatisch weitersteigende Preise...

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