Häusermarkt Experten kritisieren Baukindergeld – Bauen würde teurer

Mit 1.200 Euro pro Jahr und Kind soll der Staat künftig helfen, Häuser und Wohnungen abzuzahlen – doch der Geldsegen stößt nicht unbedingt auf Gegenliebe.
Update: 20.02.2018 - 11:16 Uhr 5 Kommentare
Häusermarkt: Experten kritisieren Baukindergeld  Quelle: dpa
Neubau

Wer ein Haus oder eine Wohnung baut oder kauft, soll zehn Jahre lang je Kind und Jahr einen Zuschuss von 1200 Euro erhalten.

(Foto: dpa)

BerlinGegen den Wohnungsmangel wird das geplante Baukindergeld aus Sicht von Mieter- und Eigentümervertretern nicht helfen. Die Beihilfe werde vermutlich von den Bauunternehmen abgeschöpft, indem sie die Preise entsprechend erhöhen, hieß es vom Verband Haus und Grund und vom Deutschen Mieterbund.

„Das wird eins zu eins auf diese Kosten aufgeschlagen“, sagte Mieterbund-Geschäftsführer Ulrich Ropertz der Deutschen Presse-Agentur. Haus- und Grund-Präsident Kai Warnecke betonte: „Die ganz ähnlich konstruierte Eigenheimzulage, die von 1995 bis Ende 2005 gezahlt wurde, sollte ein mahnendes Beispiel sein.“ Für die, die ohnehin bauen oder kaufen wollten, wäre das Baukindergeld demnach zwar ein nettes, aber kein notwendiges Plus. Der geplante Zuschuss dürfte auch am heutigen Dienstag eine Rolle spielen, wenn die Immobilienbranche ihr Gutachten zur Marktlage vorstellt. Demnach hat das Jahr 2017 sämtliche Rekorde gebrochen.

Doch trotz weiter niedriger Zinsen gibt es bei den Experten auch Skepsis: Vielerorts seien die Kauf- und Mietpreise jetzt sehr hoch, zugleich sei das politische Umfeld unsicher, hieß es vorab.

Union und SPD hatten das Baukindergeld in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. Wer ein Haus oder eine Wohnung baut oder kauft, soll zehn Jahre lang je Kind und Jahr einen Zuschuss von 1200 Euro erhalten. Das gilt demnach für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 75.000 Euro zuzüglich 15.000 Euro je Kind. Haus und Grund erklärte, es gebe effektivere Mittel, um den Weg in die eigenen vier Wände zu ebnen, etwa eine geringere Grunderwerbsteuer.

„Wir brauchen keine Subventionierung, damit irgendjemand Eigentumswohnungen kauft“, sagte Ropertz vom Mieterbund. „Wir haben ein quantitatives Problem: Uns fehlen Wohnungen, insbesondere preiswerte.“ In den Städten und Ballungsräumen fehle dafür der Baugrund. Um mit seinen Flächen gestalten zu können, solle er Staat Grundstücke nicht mehr an private Investoren verkaufen, sondern sie per Erbpacht vergeben. Der Bund solle nur an die Kommunen veräußern.

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5 Kommentare zu "Häusermarkt: Experten kritisieren Baukindergeld – Bauen würde teurer"

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  • Es gibt viele Menschen, die keine Kinder haben - sie werden das Geld nicht sehen. Sie werden trotzdem hohe Preise zahlen und keine Möglichkeit ein Eigenheim zu erwerben.
    HANDELT ES SICH HIER UM EINE KLIENTELPOLITIK?
    Eigentlich müsste JEDEM das Recht auf eine bestimmte Leistung oder Förderung zustehen nicht nur Familien mit Kindern, ALLEN ODER KEINEN!
    Ich bin für keinen - schafft doch endlich mal den Soli komplett ab - DAS HABT IHR VOR ÜBER 20 JAHREN VERSPROCHEN - UND NIE GEHALTEN!!!
    Schafft doch mal endlich die Überhangsmandate und Ausgleichsmandete ab - dann haben wir deutlich weniger Bundestagsabgeordnete als die 709 meist überflüssigen.
    Die meisten leisten nichts und rennen nur der Merkel nach.

  • Nach carlos......sind daran nur die Chinesen schuld.

  • Es war schon immer so, dass diese Subventionen für "bedürftige" Bürger weitergereicht wurden an die Handwerker. Die Preise wurden entsprechend angehoben, bzw. bei Wegfall der Hilfen wieder gesenkt. (Wenn man Glück hatte.)

  • Es wäre schön würden manche Menschen (Politiker, etc.) begreifen, eine Dynamisierung der Wirtschaftsleistung kommt zuerst. Wie z.B.: kostenloser Nahverkehr, allerdings nicht so ideenlos wie er im Allgemeinen praktiziert worden ist. Ein Verbeamtung progressiver Ideen führt immer zum Verfehlen der Ziele. Wenn dies dann erfolgreich geglückt ist, kann die Entschuldung kommen. Wobei, bei dem aktuellen Vorgehen auch wieder das Gießkannenprinzip heraus kommt. Und damit wieder eine Verbeamtung einher geht. Wir brauchen mehr Beamte zur Kontrolle der Wirtschaft und nicht mehr Verbeamtung der Bürger und seiner Ideen. Wobei ich den Abstrusen nicht das Wort reden will. Leider oft die Mehrheit. was wieder zu einem super altem Thema führt, wir müssen endlich zu einer Gesellschaftsdiskussion kommen. Wer sind wir, was sind wir und wo wollen wir hin. dafür haben wir nicht nochmal 45 Jahre Zeit. Wenn die nächsten Einbrüche im System kommen, wird es für viele bitter. Industrie 4.0 heißt die menschenleere Fabrik, ein gewünschter Einbruch der Ökonomen, Rezession ein ungewünschter. Beides steht vor der Tür. Als erstes wird die Rezession diese passieren und in Folge nach und nach Industrie 4.0. Heute kann das noch keiner glauben, weil sich die wenigsten vorstellen können, wer die Produkte kaufen soll wenn keiner mehr Geld hat. Was die Frage nach einer Automatisierungssteuer aufkommen lässt. Auch schon ein super alter Hut, von mir, als 14 jähriger schon gefragt, das war 1972, als ich bei Porsche die ersten Schweißroboter gesehen habe. Traurig, was seit dem geschehen ist. Wenig Intelligenz in der Wirtschaft und Gesellschaft. Abi und Studium sind Anzeichen dass jemand zum systemkonformen Lernen fähig ist, dies aber hat mit Intelligenz wenig zutun. Womit wir wieder bei Häusles-Bauer sind. Systemkonform Handelnde mit wenig Ausprägung zur Erkennung von Entwicklungsperspektiven. My Home is my Castle, ist zu wenig Zukunft und zuviel Vergangenheit. Aber sehr,sehr Deutsch.

  • Recht haben sie, die Herren vom Mieterbund. Die Bauunternehmen sind bitterböse. Reißen sich wahrscheinlich nun auch das Baukindergeld unter den Nagel. Meine Gehaltserhöhungen der letzten 30 Jahre haben die schon verschlungen. Deswegen bleibe ich Mieter. Aber der Mieterbund kann mir gestohlen bleiben. Die haben von all dem eingetretenen Unheil nichts verhindert.

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