Häuserpreise in München
Die Hauptstadt des Immobilien-Wahnsinns

Nirgendwo in Deutschland ist Wohnen so teuer: Sowohl Mieten als auch Kaufpreise sind in München stark gestiegen. Eine Analyse zeigt, dass der Boom noch nicht am Ende ist – aber bald an Grenzen stößt.
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Wenn über eine Blase auf dem deutschen Häusermarkt debattiert wird, dann geht es immer und vor allem um München. In keiner anderen deutschen Metropole sind die Kaufpreise für Immobilien so stark gestiegen wie in der bayerischen Landeshauptstadt.

In den begehrtesten Lagen wie der Müllerstraße im Glockenbachviertel werden 15.000 Euro und mehr pro Quadratmeter aufgerufen. Selbst eine mittelmäßige Eigentumswohnung in München kostet im Schnitt schon 3.600 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In Berlin oder Köln liegt der Quadratmeterpreis für Bestandswohnungen nach Angaben des Immobilienverbandes IVD nur halb so hoch, im Schnitt bei rund 1.800 Euro.

Eine Analyse von Immobilienscout24 für Handelsblatt Online zeigt, dass Immobilienboom nicht nur die gesamte Stadt erfasst hat, sondern bis weit ins Umland reicht – von Fürstenfeldbruck bis Ebersberg, von Freising bis Tutzing. Selbst 50 Kilometer entfernt vom Zentrum ist der Markt noch heiß . Eine solche Anziehungskraft entfaltet keine andere deutsche Stadt. „Nirgendwo sonst in Deutschland ist die Dichte exzellenter Lagen so hoch wie in der Region München“, sagt Jan Hebecker von Immobilienscout24.

Die besten Lagen von München und Umgebung

Neben der Entwicklung von Mieten und Kaufpreisen sind zahlreiche weitere Daten in die Auswertung eingegangen. Herausgekommen ist ein Rating für jeden Stadtteil und jede Gemeinde im Umland. Die Noten sind in Kategorien von AAA bis D unterteilt. Die Bestnote Triple-A erhalten nur die begehrtesten Lagen - und davon gibt es in und um München einige. Das gesamte Stadtgebiet wird mit AAA bewertet, einziger kleiner Ausreißer ist der Langwied, der aber immer noch die zweitbeste Note AA erhält. AAA bekommen auch die im Süden angrenzenden Gemeinden Pullach, Planegg, Grünwald und Gräfelfing.

„Der Münchner Wohnungsmarkt übertrifft in punkto Miet- und Kaufpreise bereits alle anderen Städte in Deutschland. Ein Blick auf die Fundamentaldaten lässt erwarten, dass die Preise weiter ansteigen werden“, sagt Manfred Binsfeld, Immobilienexperte von Feri Research.

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  • Sehr geehrter Herr Hemp,

    mit Ihren Ausführungen sprechen Sie mir aus der Seele und haben die wunden Punkte des Münchner Wohnungsmarkts benannt. Die Stadtpolitik hat es seit Jahrzehnten verpasst, auf die Nachfrage zu reagieren, wobei die sechs Jahre des OB Kiesl, der ja immer wieder - zu Unrecht - verhöhnt wurde, mit 84000 neugebauten Wohnungen eine wohltuende Ausnahme bilden. Unter Kronawitter und Ude ist da facto nichts geschehen, um dem Desaster ein Ende zu setzen.

    Die Bausubstanz der Münchner "Luxuswohnungen" ist teilweise so marode, dass man nicht mal seinen Hund dort einquartieren möchte. Gott sei Dank haben wir 2001, als die Preise noch einigermaßen normal waren, mit dem Kauf eines Reihenhauses in Unterbiberg in bester Lage für uns eine ideale Lösung gefunden. Gerade deshalb tun mir diejenigen Menschen so leid, die jetzt nach einer Bleibe suchen müssen, wobei ich in diesem Zusammenhang das Wort "Markt" aus gutem Grund nicht benutzen will.

    Einen weiteren Punkt Ihrer Ausführungen möchte ich noch ansprechen: Sie benennen darin, dass in München sehr viele "quasi-kriminelle" Hausverwaltungen existieren. Auch darin gebe ich Ihnen in vollem Umfang recht, wobei man die Vorsilbe "quasi" ruhig streichen kann. Es wäre alles nicht so schlimm, wenn wenigstens die Justiz diesem Treiben nachgehen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen würde. leider muss ich aus eigener Erfahrung feststellen, dass dem nicht so ist und selbst vorbestrafte Existenzen weiter ihr Unwesen treiben dürfen. Da lässt sich lieber mal ein Oberstaatsanwalt von seiner Position abschießen als gegen multikriminelle Verbrecher vorzugehen, die sogar vor Menschenhandel im Zusammenhang mit "Arbeiten" an den jeweiligen Objekten nicht zurückschrecken. Als Beispiel darf ich "Asbestsanierung" am Objekt Tassiloplatz 2 anführen, die weder genehmigt war und auch noch völlig offen von ausländischen Schwarzarbeitern - wahrscheinlich Asylbewerber - durchgeführt wurde. Herzliche Grüße Thomas Kalb

  • Aber sicher gabs im Umland von München (wenn es jetzt nicht Starnberg war) für 300.000 Häuser.

    Ich hab ein Haus ersteigert (es gab also ein Gutachten), ein realistischer Verkehrswert wäre damals vielleicht 450000 gewesen (im Gutachten deutlich niedriger(!), aber ich habe auch ein paar Verbesserungen einbauen lassen), dieses Jahr haben zwei Makler unabhängig voneinander den Objekpreis mit 1 Mio. angesetzt. Das ist vielleicht zu optimistisch... also gehen wir mal von 900000 aus, und da ist er der Faktor 2

  • Standardpreis 750K ja aber never ever die Hälfte 2005. Vielleicht sind die Preise um 30-40% gestiegen aber nicht 100%.

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