Hafenareal
Offenbacher können bald am Wasser wohnen

Nach Frankfurt will nun auch Offenbach seinen Hafen von einem Industriestandort in ein Wohn- und Gewerbegebiet umwandeln. Dadurch soll ein neues Stadtviertel am Fluss entstehen. Allerdings wollen die Stadtwerke Offenbach, Eigentümer des Geländes, frühestens in zwei Jahren mit dem Bau beginnen. Bis dahin soll ein Zwischennutzungsprogramm das Gelände bekannt machen.

HB FRANKFURT. „Recycelte Häfen sind sehr beliebt in Deutschland. Die Hafencity Hamburg oder Köln sind der beste Beweis dafür“, meint Rainer Koepke, Leiter Industrieimmobilien beim Beratungshaus Jones Lang Lasalle.

Fast 100 Jahre lang wurde der Offenbacher Hafen im Norden der Stadt industriell genutzt. „Der Hafen war zu klein und hat sich nicht mehr rentiert“, erklärt Joachim Böger, Geschäftsführer von Projekt Hafen Offenbach. Bereits 1998 wurde daher eine Nutzungsänderung beschlossen. Im nächsten Jahr soll auf dem mehr als 26 Hektar großen Areal mit dem Bau der Straßen begonnen werden. Frühestens in zwei Jahren die ersten Gebäude entstehen. Gebaut wird insgesamt in drei Abschnitten. Bis 2020 soll dann das neue Stadtviertel fertig gestellt sein.

Das Projekt Hafen Offenbach liegt zwischen dem Dienstleistungszentrum Kaiserlei im Westen und dem Stadtzentrum. Der Hafen hat eine sehr gute Verkehrsanbindung zu mehreren überregionalen Autobahnen. Das Autobahnkreuz Frankfurt ist nur wenige Fahr-Minuten entfernt und bietet eine schnelle Verbindung in alle Richtungen. Zum Frankfurter Flughafen beträgt die Fahrzeit nur 15 Minuten. Und der Weg zur Offenbacher Innenstadt ist gleichfalls kurz. „Diese extrem gute Infrastruktur und die hohe Anzahl an ausländischen Unternehmen in der Gegend machen die Lage insbesondere für weitere Firmen aus dem Ausland interessant“, findet Hartmut Schwesinger, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Frankfurt Rhein Main.

Nach möglichen Investoren halten die Stadtwerke bereits Ausschau. „Vor allem im Einzelhandelbereich ist die Nachfrage exzellent“, sagt Projektmanager Böger. Nach Büroimmobilien wird am wenigsten gefragt. Dennoch ist Böger zuversichtlich: „Die Wasserlage wird uns dabei helfen, den Standort gut verkaufen zu können.“ Diese Meinung teilt auch Berater Koepke: „Schon der Westhafen in Frankfurt hat gezeigt, dass Wohnen am Wasser attraktiv ist.“ Ebenso sieht er für den Einzelhandel Potenzial in Offenbach. Doch die Vermietung von Büroimmobilien wird sich ihm zufolge erst in mittlerer Zukunft entwickeln. „Ein Büromieter, der sich für den Standort Offenbach entscheidet, wird eher in Bereiche gehen, wo schon Büros bestehen, wie etwa am Kaiserlei“, meint Koepke.

Bis zum ersten Spatenstich müssen noch die Altlasten auf dem Hafenareal beseitigt werden. „Entwickler und Investoren wollen natürlich nur altlastenfrei kaufen“, weiß Koepke. Der Offenbacher Hafen wurde bislang als Lager- und Umschlagsplatz vor allem für Mineralöl, Kohle und Baumaterialien genutzt. Die Stadt will das Gelände komplett sanieren. Boden sowie Grundwasser sollen so von Schadstoffen gereinigt werden.

Ein Drittel der Fläche ist bereits von den früheren Verursachern – beispielsweise BP – auf Industriestandard saniert worden. Um die Fläche für Gewerbe- und Wohnimmobilien nutzen zu können müssen die Stadtwerke die Gesamtfläche nochmals sanieren. Nur noch der Kohlehafen bleibt bestehen. Aber nicht mehr in seinen jetzigen Ausmaßen.

Doch bereits heute wird das Gelände teilweise genutzt. So befindet sich das Café „Hafen 2“, eine Mischung aus Club und Galerie, der King Kamehameha Beach Club und das Zentrum für regionale Strategien in dem alten Hafengelände. Ihr kulturelles Angebot soll den Standort schon jetzt bekannt machen.

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