Hintergrund
Wohnen ist eine Typ-Frage

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Wohnraum in Deutschland knapp. Mieter und Häuslebauer waren nicht besonders wählerisch. Heute ist das anders. Standardhäuser lassen sich schwer verkaufen.

rrl DÜSSELDORF. Wohnen sei eine Frage des Typs, hat die Empirica AG festgestellt und acht verschiedene Typen von Erwerbern definiert, darunter die neuen Käuferschichten der Lebensabschnittserwerber und der Weichensteller:

Der Lebensabschnittserwerber ist typischerweise junger Akademiker, wohnt zunächst in der Stadt und zieht mit Beginn der Berufstätigkeit mit einem Partner zusammen. Mit dem Kauf einer Immobilie befasst er sich erst, wenn Nachwuchs kommt. Ist das Reihenhaus nach ein paar Jahren zu klein, wechselt er in ein freistehendes Haus. Dabei kalkuliert er ein, im Alter erneut umzuziehen.

Der Weichensteller lebt alleine oder mit Partner in einer Großstadt. Er verdient früh sehr viel Geld, gibt es aber auch schnell wieder aus. Die Wohnimmobilie bietet ihm den gesuchten Sparanreiz.

Zu den klassischen Erwerbertypen gehört der Familienversorger – ein Auslaufmodell. In der Nachkriegszeit fühlte er sich für bis zu drei Generationen verantwortlich. Das wichtigste Kapital war die Arbeitskraft der Familienmitglieder.

Der Nestbauer lebt in ländlicher Umgebung und kann sich die von ihm angestrebte glückliche Familie nur im eigenen Heim vorstellen.

Zu den rationalen Erwerbern zählen Doppelverdienerhaushalte auf dem Land wie in der Stadt. Sie setzen sich mit dem Beginn der Berufstätigkeit unabhängig von einem späteren Kinderwunsch mit dem Immobilienkauf auseinander.

Der pragmatische Erwerber ist höher qualifiziert, legt großen Wert auf Mobilität und bezieht deshalb Eigentumserwerb – oft trotz Kindern im Haushalt – erst spät in seine Lebensplanung ein.

Der Selbstverwirklicher kauft, wenn die Kinder aus dem Haus sind, seine Wunschimmobilie, die er nach eigener Vorstellung baut.

Auch der Altersvorsorger kauft erst spät, stellt dabei aber nicht Ästhetik, sondern seniorengerechte Ausstattung wie schwellenfreie Räume in den Vordergrund.

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