Hohe Einzelhandelsumsätze
Vermieter von Ladenlokalen haben Grund zur Freude

Gute Nachrichten für Ladenbesitzer. Die Deutschen kaufen in der Krise munter weiter. Im Jahr 2008 stieg der Einzelhandelsumsatz nominal um 1,5 Prozent. Solch konstanten Umsätze sprechen für ein unverändertes Mietenniveau.

FRANKFURT. "Der Konsum der privaten Haushalte bleibt 2009 relativ konstant", sagte Manuel Jahn vom Marktforschungsinstitut GfK Geo-Marketing in dieser Woche auf dem Immobilienkongress Cimmit in Frankfurt.

Der Markt für Einzelhandelsobjekte leidet laut GfK jedoch unter den gleichen Problemen wie alle anderen Profi-Märkte: Die Gebäudewerte kommen unter Druck und die Banken knausern mit Krediten. So berichtete Frank Pörschke, Vorstandssprecher des Immobilienfinanzierers Eurohypo AG, dass Darlehen gegenwärtig primär an Bestandskunden vergeben werden. "Kredite über mehr als 50 Mio. Euro zu bekommen ist sehr schwierig", bestätigte Klaus Elmendorff, bei der Deutschen Bank für das Immobilieninvestmentbanking zuständig, den Engpass.

Die Kreditklemme drückt die Umsätze auf dem Investmentmarkt, gerade weil sich der Kauf großer Einkaufszentren nicht finanzieren lässt. Solche Transaktionen bewegen sich im dreistelligen Millionen-Bereich. Im Shoppingcenter-Segment sank der Umsatz laut Einzelhandelsspezialist Kemper?s Jones Lang Lasalle bereits 2008 um 60 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro. Noch größer war der Einbruch bei innerstädtischen Geschäftshäusern in 1a-Lagen. Kemper?s macht für das Minus von 70 Prozent auf eine halbe Milliarde Euro allerdings fehlendes Angebot verantwortlich.

Dieser Einschätzung widerspricht Achim Weitkamp, geschäftsführender Gesellschafter des auf innerstädtische Geschäftshäuser spezialisierten Maklers Lührmann: "Es gibt derzeit genügend gute, zur Disposition stehende Liegenschaften." Die aktuell geringe Bereitschaft, in Einzelhandelsgebäude zu investieren, ist für Weitkamp keine Folge der Finanzmarktkrise, sondern ein alljährlich wiederkehrendes Phänomen am Jahresanfang. Der Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien brauche am Jahresanfang immer er ein wenig Zeit. Helge T. Strobel, der die Geschäfte beim Lührmann-Wettbewerber Comfort leitet, beobachtet: "Geschäftshäuser im Volumen von bis etwa zehn Millionen Euro finden zu teilweise unveränderten Preisen Käufer."

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