Hohe Immobilienpreise
Die Epizentren der Blase

Jahr für Jahr feiert sich München als teuerster Wohnungsmarkt Deutschlands, in Paris gehen die Preise nur nach oben und für Zürich sehen Experten rot: So steht es um die Epizentren der Blase.
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DüsseldorfMünchen: Wenn es etwas teurer sein darf

In München fehlen fast 24.000 Wohnungen, stellt das Maklerunternehmen Engel & Völkers (E&V) fest. Bayerns Hauptstadt belegt zugleich die Binsenweisheit: Was knapp ist, ist teuer. Der Durchschnittspreis pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung in mittlerer Lage und mit gutem Wohnwert liegt dort laut E&V  bei 3.800 Euro je Quadratmeter (qm). Damit ist München gemessen an London und Paris zwar ein Schnäppchenmarkt, in Deutschland allerdings einsame Spitze. Selbst Hamburg, Stuttgart und Düsseldorf – beileibe keine billigen Pflaster – sind mit rund 2.500 Euro/qm weit dahinter. Das Ende der Preisspirale ist E&V zufolge noch nicht erreicht. F+B, ein Immobilienberater, stellte für München im vierten Quartal 2001 um 4,2 Prozent höhere Preise als im gleichen Vorjahresquartal fest.

Mit einer mittleren Monatsmiete von 14,75 Euro/qm nimmt München hinter Frankfurt zwar nur die Nummer zwei in Deutschland ein. Aber nirgendwo wird mehr für jeden Euro Mieteinnahmen gezahlt als in Bayerns Hauptstadt: Dort wird das 22,3-Fache der Jahresmiete bezahlt. Das heißt: Der Investor ist vor Abzug von Reparatur und Verwaltungskosten mit 4,5 Prozent zufrieden. Dabei dürfte in der Praxis gerade mal eine Rendite mit einer zwei vor dem Komma herauskommen. Dabei klingt der Faktor nicht mehr gar so schlecht, wenn man bedenkt, dass für Top-Lagen das 28-Fache gezahlt wird – bei 21,50 Euro Monatsmiete/qm in der Spitze.

Eine Stadt mit solchen Eckdaten lässt eine Käufergruppe automatisch vor der Tür: internationale Finanzinvestoren. Die kommen mit solchen Margen nicht klar.

Kommentare zu " Hohe Immobilienpreise: Die Epizentren der Blase"

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  • Zwischen den Jahren 1997 bis etwa 2002 wurden beispielsweise in Kassel nahezu neuwertige 1 bis 3-Zimmerwohnungen zu etwa einem fünftel des Neupreises angeboten.
    Ich befürchte, daß dieses Überangebot von Wohnungen wiederkommt!

  • Die Deutschen reden von Immobilienblase wenn die Preise nach jahrelangem Stillstand mal um 10 oder 15% steigen.
    Dafür finanzieren sie über den ESM brav die Südländer, wo sich die Preis in den letzen Jahren teilweise vervielfacht haben. Damit die armen Herrschaften nicht so große Verluste erleiden.
    Tja, die Deutschen halt..

  • Scheiße, wat it denn dat für 'n Schrott? :-)

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