Hohe Renditechancen
Türkei lockt mit Immobilien

Der türkische Immobilienmarkt eröffnet Anlegern derzeit hohe Renditechancen. Die Immobilienpreise in Istanbul beispielsweise steigen seit einigen Jahren im Schnitt um 15 bis 20 Prozent jährlich. Denn die türkische Wirtschaft boomt. Seit 2002 erzielt das Land jährliche Wachstumsraten von durchschnittlich sieben Prozent.

ISTANBUL. Eine Bautätigkeit wie derzeit hat die Türkei in ihrer jüngeren Geschichte noch nie erlebt. Die türkische Bauwirtschaft, die im vergangenen Jahr eine Umsatzsteigerung von 21,4 Prozent meldete, verzeichnete im ersten Quartal 2006 sogar ein Wachstum von 26 Prozent. Für volle Auftragsbücher der türkischen Bauindustrie sorgen nicht nur große Infrastrukturprojekte, sondern vor allem der Wohnungsbau. Am Rand fast aller türkischen Großstädte entstehen derzeit riesige Wohnsiedlungen.

Im Gegensatz zu den meisten EU-Staaten wächst in der Türkei die Bevölkerung. Angesichts steigenden Wohlstands und historisch niedriger Zinsen können sich immer mehr türkische Familien ein eigenes Heim leisten. Haluk Sur, Präsident des Verbandes der türkischen Immobilien-Investmentgesellschaften, rechnet damit, dass sich das Volumen der privaten Hypothekenkredite von heute 12,1 Mrd. Dollar in den nächsten zehn Jahren auf rund 60 Mrd. erhöhen dürfte. Einen Wachstumsschub verspricht sich die Branche vor allem von dem geplanten Gesetz zur Immobilienfinanzierung, das in den kommenden Monaten verabschiedet werden könnte. Dabei geht es darum, dass Banken Hypothekenkredite günstig über gedeckte Anleihen refinanzieren können, die dem deutschen Pfandbrief ähneln.

Der Boom zeigt sich aber nicht nur in den Wohnanlagen der Trabantenstädte. Auch im Istanbuler Bankenviertel stehen die Baukräne dicht an dicht. Längst haben ausländische Investoren die Wirtschaftsmetropole am Bosporus entdeckt: Die staatliche Dubai Holding baut in Istanbul zurzeit Wolkenkratzer und Geschäftskomplexe für fünf Mrd. Dollar. Die ebenfalls in Dubai beheimatete Emaar Properties will 700 Mill. Dollar in Wohnungen und Einkaufszentren investieren. Der Markt für Shoppingcenter boomt: Mitte 2006 gab es in der Türkei bereits 93 große Malls, weitere 26 sind zurzeit im Bau, 16 davon im Großraum Istanbul.

Die Deutsche Bank bietet jetzt Anlegern mit einem neuen Zertifikat die Möglichkeit, an der Entwicklung des türkischen Immobilienmarkts teilzuhaben. Das Zertifikat (ISIN: DE000DB6GTR1) folgt der Wertentwicklung des S-Box Turkish Reit Index. Die Auswahl der Indexmitglieder – dazu zählen Immobilienbetreiber, -finanzierer und -entwickler, die an der Istanbuler Börse notiert sind – trifft die Schweizer Pera Consulting, die von Türken geführt wird. „Das Zertifikat ermöglicht es Investoren, in den dynamischen Markt für türkische Reits zu investieren“, sagt Stefan Armbruster von der Deutschen Bank. Für das Open-End-Zertifikat berechnet die Deutsche Bank eine Managementgebühr von 0,5 Prozent, die vierteljährlich (0,125 Prozent) erhoben wird. Der Spread beträgt zwei Prozent. Die Anleger erhalten die Hälfte der gezahlten Bruttodividende. Weil die Reits in türkischen Lira notiert sind, hat der ausländische Investor allerdings ein Wechselkursrisiko. Und die türkische Währung zeigte gerade im Verlauf dieses Jahres eine hohe Volatilität. So verlor die Lira im Mai, als institutionelle Anleger Milliarden aus den Schwellenmärkten abzogen, binnen zehn Tagen gegenüber dem Dollar fast 18 Prozent.

Gerd Höhler
Gerd Höhler
Handelsblatt / Korrespondent Südosteuropa
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