Hohe Steigerungen
Aktienfonds erleichtern die Investition in Immobilien

Bereits im vergangenen Jahr gehörten Immobilienaktien zu den Gewinnern am deutschen Kapitalmarkt. Der Immobilienaktienindex Dimax kletterte im Jahresverlauf um 46 Prozent und schlug damit den Dax, der ein Plus von rund 22 Prozent erzielte.

HB FRANKFURT. Die Gründe für die hohe Nachfrage nach Immobilienaktien sind vielfältig: Mit ihnen verknüpfen Anleger die Vorzüge einer Investition in eine solide Anlageform mit den Vorteilen des Kapitalmarktes. Stärken der Immobilienaktien sind ihre Liquidität, Transparenz und Flexibilität: Die Aktien können jederzeit zu moderaten Transaktionskosten an der Börse gekauft und verkauft werden. Zudem profitieren Anleger von der gesamten Wertschöpfungskette im Immobilienmanagement. Vor allem die hohen Renditechancen, die sich aus den Dividenden und Kursgewinnen ergeben, locken Investoren. Die Basis der Renditen bilden dabei stabile Dividendenerträge, so dass Immobilienaktien weniger starken Kursschwankungen unterliegen als klassische Aktien.

Die Beliebtheit dieser Anlageform dürfte im nächsten Jahr weiter steigen. Immobilienaktien bieten Investoren nach Meinung von Henderson auch im Jahr 2007 die Chance auf zweistellige Renditen. Patrick Sumner, Manager des European Property Equities Fonds von Henderson Global Investors, schätzt das Wachstumspotenzial der Anlageklasse für das Jahr 2007 auf zwölf bis 15 Prozent. Zusätzlichen Schwung dürfte der Markt durch die Einführung von Real Estate Investments Trusts (Reits) in Deutschland erhalten.

Reits stellen eine steuertransparente Sonderform der Immobilienaktien dar. Sie sind verpflichtet, einen Großteil des Gewinns zwischen 85 und 100 Prozent an die Anleger auszuschütten. Zudem findet keine Besteuerung auf Unternehmensebene statt, sondern ausschließlich beim Anleger. Dadurch wird eine Doppelbesteuerung vermieden, Unternehmensgewinne und Dividendenzahlungen steigen.

Die Nachfrage nach weiteren Immobilieninvestments kommt dabei nicht nur von Privatinvestoren, sondern auch von institutionellen Anlegern wie Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften. Ein zunehmendes Interesse für europäische Reits zeichnet sich auch bei den US-amerikanischen Investoren ab, was zu einem wachsenden Kapitalzufluss führt. Reits ermöglichen ihnen in Europa derzeit höhere Renditen als auf dem US-Markt.

Um ein optimales Rendite-Risikoprofil zu erreichen, eignen sich für Anleger insbesondere Fonds als Anlageform, denn sie investieren in eine Vielzahl von Immobilienaktien und Reits in unterschiedlichen Ländern und Immobiliensektoren wie Büros, Shopping-Center, Einzelhandelsflächen, Logistikgebäude und Wohnimmobilien. Die vielen Vorteile haben bereits im vergangenen Jahr dazu geführt, dass sich das Interesse an Immobilienaktienfonds deutlich erhöhte. Die Zahl der Publikumsfonds stieg parallel dazu in Deutschland im Jahr 2006 auf mehr als 30.

Privatanleger sehen Immobilienaktienfonds häufig als Alternative zu offenen Immobilienfonds, obwohl es große Unterschiede gibt. Bei offenen Fonds werden Änderungen der Marktwerte häufig sehr spät berücksichtigt. Dagegen ist der Unternehmenswert der Immobilienaktien an der Börse täglich feststellbar. Anleger bekommen bei Immobilienaktien zudem Einblick in die Geschäftsentwicklung, die regelmäßig veröffentlicht wird – was bei offenen Fonds nicht der Fall ist. Da die Aktien häufig allerdings größeren Marktschwankungen als die Anteilsscheine offener Immobilienfonds unterliegen, ist bei ihnen eine breite Diversifizierung auch über verschiedene Regionen notwendig.

Mathias Kulke ist Director of Institutional Business, Henderson Global Investors.


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