Holland-Objekte
Das Signal steht auf Verkaufen

Investoren, die zurzeit auf dem niederländischen Büroimmobilienmarkt einkaufen wollen, haben die Qual der Wahl. Zahlreiche große Fondsgesellschaften haben Pakete geschnürt und bieten eine Vielzahl ihrer Objekte zum Kauf an. Der niederländische Markt scheint seinen Zenit überschritten zu haben. Die Zeichen stehen auf Verkauf.

HB BRÜSSEL. Einige Beispiele in Zahlen: Das Hamburger Bankhaus Wölbern bietet 46 Fonds mit insgesamt 72 Immobilien an. Zurzeit läuft die Befragung der Anleger, die einem Verkauf zustimmen müssen. Aber Thomas Müller, Mitglied im Verkaufsteam, ist zuversichtlich, dass das Geschäft bis Ende des Jahres abgewickelt werden kann. Das Gesamtvolumen beträgt immerhin mehr als eine Mrd. Euro.

Bei der Hanseatischen Capitalberatungsgesellschaft (HCI) haben die Anteilseigner ihr Einverständnis bereits gegeben, und sechs Fonds im Wert von 75 Millionen Euro sollen bis Ende des Jahres abgestoßen werden. Die Fonds umfassen elf Immobilien. Es gebe bereits einige Interessenten für das gesamte Portfolio.

Die MPC Capital ist noch einen Schritt weiter. 99 Immobilien aus 27 Fonds mit einem Gesamtwert von mehr als einer Mrd. Euro befinden sich bereits in der Vermarktungsphase. Und Nordcapital hat bereits eine erste Immobilie in Den Haag für 36,85 Mill. Euro verkauft - der Preis lag damit 30 Prozent über dem Einkaufspreis von 2003. Die Verkaufswelle heiße aber nicht, dass der Markt schlecht sei, sagt Felix Kühn von MPC Capital: "Wir suchen nach wie vor nach attraktiven Objekten in Holland." Denn in den Niederlanden wird nicht nur kräftig verkauft.

Es mangelt auch nicht an interessierten Investoren. Im vergangenen Jahr erreichte das Investitionsvolumen mit 7,1 Mrd. Euro einen neuen Höchststand. Allein der Verkauf des Immobilien-Portfolios des niederländischen Lebensmittelkonzerns Vendex brachte 1,4 Mrd. Euro - es war die größte Transaktion aller Zeiten in den Niederlanden. "Gerade Investoren aus Großbritannien, aber auch Amerika und Australien sind an unseren Fonds interessiert", sagt Oliver Georg, der bei HCI für die niederländischen Fonds zuständig ist. Aber auch die Holländer interessieren sich wieder zunehmend für den Heimatmarkt.

"Die Angelsachsen kaufen jetzt bei Leerständen von bis zu 20 Prozent günstig ein und können sich im internationalen Vergleich über eine gute Rendite freuen", meint der Fonds-Manager. Die Holländer dagegen interessieren vor allem kleine Portfolios mit ausgesuchten, gut und langfristig vermieteten Immobilien als Rosinen.

Seite 1:

Das Signal steht auf Verkaufen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%