Holland-Objekte
Steuervorteil für Hauskäufer ist gefährdet

Die anstehenden Wahlen in den Niederlanden könnten erhebliche Auswirkungen für Immobilienbesitzer haben.

HB BRÜSSEL. Die Häuschen in den Niederlanden sehen ganz besonders niedlich aus: Meist aus rotbraunen Backsteinen gemauert, mit großen Fenstern, die einen komfortablen Einblick in die Wohnzimmer der Bewohner bieten. Und noch immer sind diese Häuser bei den Niederländern unglaublich beliebt. "Es wird nach wie vor nicht genug für die starke Nachfrage gebaut", sagt Boudewijn Brouwer von der Amsterdamer Merchant Bank Kempen. Die niedrigen Zinsen begünstigen den Markt zusätzlich.

Die Preise für Häuser und Wohnungen seien in den Niederlanden schon seit über drei Jahren stabil und der Immobilien-Analyst rechnet auch nicht damit, dass sich an dieser Lage auf mittlere Sicht etwas ändern wird. Vor allem in Amsterdam seien Privat-Immobilien nach wie vor sehr gefragt und dementsprechend teuer.

Die kommenden Wahlen in den Niederlanden Anfang November werden allerdings auch von allen Immobilien-Inhabern genau beobachtet. Denn sollte sich die Koalition in Den Haag ändern, könnte das auch eine entscheidende Auswirkung auf den holländischen Privat-Immobilienmarkt haben. Bisher sind Hypotheken-Zinsen nämlich steuerlich absetzbar. Das wollen die Sozialdemokraten, die bisher in der Opposition sind, gerne ändern und haben das in ihr Wahlprogramm geschrieben. Viele Niederländer sind - wegen der Steuervorteile - hoch verschuldet. Für sie wäre der Wegfall der Steuervergünstigungen ein harter Schlag. Um der Gefahr zu entgehen, bauen schon jetzt viele Niederländer ihre Häuser lieber an den Grenzen in Belgien und Deutschland.

Boudewijn Brouwer von der Amsterdamer Bank Kempen rechnet zunächst nicht mit einer zu starken Auswirkung der politischen Entscheidung auf den Markt. Unter Umständen könnte ein solcher Einschnitt aber auch eine echte Gefahr für den Markt darstellen. "Wenn es ungünstig läuft, dann könnte es den Niederländern so wie den Schweden gehen. Dort ist vor ein paar Jahren der gesamte Markt zusammengebrochen", sagt der Analyst. Der Grund auch dort: Die Streichung der Steuervorteile für Immobilien-Besitzer.

Für die deutschen Fondsgesellschaften ist der private Wohnungsmarkt in den Niederlanden aber sowieso nicht attraktiv. Hier können Renditen von höchstens drei bis vier Prozent erzielt werden.

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