Hypotheken in Irland
Die Jagdsaison auf Schuldner ist eröffnet

Säumigen Hypothekenschuldner in Irland geht es an den Kragen. Die Banken dürfen nun mehr Druck ausüben und Zwangsenteignungen wurden erleichtert. Vor allem „strategische“ Schuldner sollen ihr Haus verlieren.
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Dublin/FrankfurtDer Vorstandsvorsitzende von Allied Irish Banks, David Duffy, nimmt Kreditnehmer ins Visier, die sich weigern ihre Eigenheimdarlehen zurückzuzahlen.

Strategisch motivierte, säumige Schuldner, also Eigenheimbesitzer, die zahlen können, aber nicht wollen, machen 20 Prozent der Eigenheim-Hypothekenrückstände von Allied Irish aus, berichtete die größte Hypothekenbank des Landes am 1. August. Die Bank schlägt nun zurück, nachdem die Regierung auf auf die steigenden überfälligen Kredite reagiert hat und Eigenheim-Zwangsenteignungen leichter macht. Irland verzeichnete den schlimmsten Immobilienkollaps in Westeuropa.

„Ich möchte diese Gruppe so schnell wie möglich abgehandelt haben, weil sie nicht die Leute sind, die nachts vor Sorgen nicht schlafen können”, sagte Duffy in einem Interview.

Die Entscheidung, zahlungsunwillige Schuldner zu verfolgen, führt zu Misstrauen in einem Land, in dem ein Viertel aller Hypotheken als problembehaftet gelten und Zwangsversteigerungen traditionell ein Tabuthema waren. Jack O'Connor, der Vorsitzende der irischen Gewerkschaft SIPTU, sagte in diesem Monat, dass Duffy die Basis für eine Welle von Hausenteignungen lege.

„Er hat es so arrangiert, dass die Leute, die ihr Haus verlassen müssen, allesamt strategisch motivierte säumige Schuldner sind”, sagte O'Connor bei der MacGill Summer School in Glenties im Nordwesten Irlands am 2. August. „Damit impft er unsere Gesellschaft gegen das Unrecht, dass schreckliche Unrecht, das damit verbunden ist.”

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