Hypothekenkredite
Schnäppchenpreise bei der Baufinanzierung

Die Hypothekenzinsen sinken seit Juli. Baufinanzierungsexperten raten, nicht auf noch niedrigere Zinsen zu spekulieren, sondern jetzt Darlehensverträge abzuschließen – aber nur, wenn eine andere Bedingung erfüllt ist.

DüsseldorfDer Europäischen Zentralbank (EZB) sei Dank. Baugeld ist nochmals billiger geworden. Besonders günstige Immobilienfinanzierer verlangen weniger als 1,5 Prozent für Baudarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung. Wer noch kürzere Laufzeiten abschließen möchte, nähert sich der Marke von einem Prozent.

Ausschlaggebend dafür, dass die seit Juli rückläufigen Zinsen erneut nachgeben, ist eine Andeutung von Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank. Er hatte angekündigt, dass die Notenbank im Dezember die Strafzinsen für Bankeinlagen noch schärfer werden könnten und die Anleihekäufe ausgeweitet. Damit hat die Notenbank klar gemacht, dass sie den Geldhahn eher weiter aufdreht denn schließt. Prompt gab die Rendite der Bundesanleihe wieder etwas nach und im Schlepptau sanken auch die Baugeld-Zinsen wieder ein wenig.

Wer heute absehen kann, dass er demnächst ein Haus kauft oder Geld für die Anschlussfinanzierung einer bestehenden Haus- oder Wohnungsfinanzierung braucht, für den dürften die aktuellen Konditionen verführerisch sein. Denn auf nochmals günstigere Konditionen zu spekulieren sei riskant, sagen Experten.

Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher des Baugeldvermittlers Dr. Klein, warnt davor, zu sehr auf Veränderungen an der zweiten Stelle nach dem Komma zu setzen: „Ich sehe kein großes Abwärtspotenzial.“ Aus Erfahrung gibt er zu bedenken: „Den Tiefpunkt wird man nie genau treffen.“ Andererseits gibt es auch keinen Grund, wegen des niedrigen Zinsniveaus hektisch einen Immobilienkaufvertrag abzuschließen. Denn Michiel Goris, Vorstandschef des Dr.-Klein-Konkurrenten Interhyp, beruhigt: „Eine Zinswende sehen wir kurzfristig nicht.“ Außerdem gilt: Günstige Konditionen bei der Finanzierung sollten nicht ausschlaggebend sein, ein Haus zu kaufen – das Objekt der Begierde sollte vor allem die eigene Vorstellung vom künftigen Wohnen erfüllen können.

Die Manager beider großer Kreditvermittler sind sich einig, dass das Zinsniveau vorläufig stabil bleibt. „Ausschläge von 0,1 Prozentpunkten nach oben oder unten wären dabei nicht außergewöhnlich“, stellt Gawarecki klar. Auch Elgin Gorissen-van Hoek, Baufinanzierungsberaterin und Vorstandsmitglied im Bundesverbandes Finanz-Planer, rät zu kaufen, wenn der finanzielle Rahmen stimme und das passende Objekt gefunden sei. „Alles andere ist Spekulation.“

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Forward-Darlehen sichern das aktuelle Zinsniveau

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