Immo-Boom in der Endphase: Die neue Lust am Risiko

Immo-Boom in der Endphase
Die neue Lust am Risiko

Der Immobilienboom geht nun langsam in die heiße Phase. Derzeit steigen die Preise, aber wie lange noch? Wo Investoren jetzt zuschlagen und warum die Profis jetzt auf Risiko setzen.
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DüsseldorfInvestoren sind heiß auf deutsche Immobilien. Sie rechnen fest damit, dass die Preise weiter steigen. Der Optimismus ist kaum zu übertreffen. Zugleich steigt die Risikobereitschaft. Nicht nur die Top-Standorte sind gefragt, auch Plattenbauten in Ostdeutschland finden Käufer.

Wachsen damit die Gefahren? „Wir sehen keine Anzeichen für eine Immobilienblase in Deutschland“, versichert Christian Schulz-Wulkow von EY Real Estate (früher Ernst & Young). Die Unternehmensberatung hat 500 europäische Investoren nach ihren Erwartungen befragt. Auch wenn das Wort „Blase“ in der Untersuchung nicht vorkommt, so deuten die Ergebnisse doch darauf hin, dass der Immobilienboom schon weit gediehen ist. Es geht in die heiße Phase.

1. Die Erwartungen sind hoch

Wenn es nach Investoren geht, gibt es kaum etwas Besseres als deutsche Immobilien. Nach der Umfrage von EY Real Estate beurteilen 99 Prozent der Befragten den deutschen Markt als attraktiven oder sehr attraktiven Standort. Mehr als zwei Drittel (72 Prozent) gehen davon aus, dass in diesem Jahr noch mehr Geld in deutsche Immobilien fließen wird.

Bereits im vergangenen Jahr wechselten Immobilien für 44,2 Milliarden Euro den Besitzer. Davon entfielen 13,7 Milliarden Euro auf den Wohnungsmarkt. Seit 2009 hat sich das Transaktionsvolumen bei Wohnimmobilien vervierfacht, das Allzeithoch bei 14 Milliarden Euro aus der Zeit vor der Finanzkrise liegt in greifbarer Nähe.

Die Zahlen lassen zwei Lesarten zu: Zum einen sprechen sie für eine Normalisierung. Die Krise scheint überwunden. Der Markt boomt. Zum anderen kann übersteigerte Zuversicht zur Gefahr werden. Hochmut kommt vor dem Fall. Spätestens wenn alle Investoren gekauft haben, kommt der Punkt, an dem die Käufer fehlen. Dann ist es mit den steigenden Preisen vorbei. Noch ist dieser Punkt nicht erreicht, aber er rückt näher.

Kommentare zu " Immo-Boom in der Endphase: Die neue Lust am Risiko"

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  • Womit wurde in den letzten 10 Jahren global spekuliert und herdenmäßig eine massive Hausse erzeugt?

    mit dem neuen Markt.
    mit Rohstoffen, Nahrungsmittel
    mit Gold
    mit Öl

    zuletzt mit Immobilien
    momentan noch mit Aktien

    Die ersten vier Märkte sind komplett eingebrochen.

  • Ich kann diesen Immo-scheiß nicht mehr hören.
    Manche Immobilien haben sich innerhalb von 4 Jahren im Angebot in Deutschland preislich verdoppelt.

    Das soll keine Immobilienblase sein???
    Ich freu mich schon, wenn das endlich in sich zusammenfällt.

    Ein Immoinvestor sagt lebenslang folgende Dinge:

    1.) Achtung schnell zugreifen! die Zinsen werden steigen. (sind die letzten 10 Jahre nur gefallen)

    2.) Die Preisralley geht weiter! (Hey, was für eine Traumrendite für diese Bruchbude, effektiv 2-3 Prozent geglättet über Jahrzehnte)

    3.) Immobilien sind ein sicheres Investment. (schlechte Lagen sind bis 2005 um die Hälfte im Preis gefallen)


    Derzeit ist jedoch die größte Unverschämtheit zu behaupten, die Immobilienpreise hätten sich in Deutschland nach Aufholbedarf angepaßt.

    Schmeißt die Auslandsinvestoren endlich alle raus, dann haben wir wieder moderate Preise.


  • Der entscheidende Punkt sind hier die Geldmarktkonditionen. Wenn die Zinsen für Guthaben sowie Kredite im niedrigen einstelligen Bereich liegen braucht man sich nicht zu wundern daß auch munter in Sachen investiert wird die entsprechend wenig Rendite (oder Einsparungspotential) bringen.

    Genau das ist ja ganz allgemein die Krux mit der aktuellen krisenbedingten Geldpolitik. Da werden Investitionen kräftig angeschoben die unter normalen Bedingungen kaum Jemand tätigen würde. Das mag zwar gut sein für die aktuelle Konjuktur - ist aber langfristig eher negativ zu bewerten da (auch mit Blick auf die Rendite) suboptimal investiert wird.

    Ich kenne Viele die derzeit in Wald investieren. Argument: Da habe ich mit 3-5% Zuwachs mehr Rendite als auf dem Sparbuch und gleichzeitig maximale Sicherheit. Daß aufgrund dieser Denke die Waldpreise derzeit nachfragebedingt hoch sind übersehen die Meisten. Bei steigenden Zinsen werden also auch die Waldpreise einknicken. Gewiß ändert dies nichts am natürlichen Zuwachs. Aber halt auch nichts an der Tatsache daß man nun die selbe Fläche auch entsprechend billiger kaufen könnte wenn man sein Geld oder seine Kreditlinie noch hätte.

    So Mancher der sich jetzt für sein Eigenheim verschuldet wird in wenigen Jahren feststellen daß er mit seinem "Eigenkapitalanteil" hätte anderweitig viel Rendite einfahren können - während ihm gleichzeitig die Immobilienpreise förmlich entgegensinken.



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