Immobilengesellschaften
Immofinanz verwaltet sich künftig selbst

Die Wiener Privatbank Constantina lässt die börsennotierte Immobilienfirma für 365 Millionen Euro aus dem Managementvertrag aussteigen. Immofinanz folgt damit einem Trend in der Immobilienbranche, der auch in Deutschland greift.

DÜSSELDORF. Die Constantia Privatbank in Wien trennt sich für 440 Mill. Euro von ihrem Immobiliengeschäft. Es wird von der Wiener Immofinanz und deren ebenfalls börsennotierten Tochter Immoeast übernommen. Bisher wurde die Immofinanz-Gruppe extern durch die Constantia gemanagt. Gleichzeitig gibt Immofinanz-Chef Karl Petrikovics sein Amt als Generaldirektor der Constantia auf. Das externe Management von Immobiliengesellschaften hat in Österreich Tradition. Die Aktien von Immofinanz und Immoeast reagierten mit Kursgewinnen.

Allein für die Ablösung des Vertrags über das externe Management der Immofinanz-Gruppe durch die Constantia zahlen Immofinanz und ihre Tochter 365 Mill. Euro. Der Betrag dafür liege deutlich niedriger als von Investmentbanken prognostiziert, teilte Immofinanz mit. Als Beleg dafür wird etwa eine Schätzung der auf Immobilien spezialisierten Bank Kempen angeführt. Die Niederländer hatten die Managementverträge mit 680 Mill. Euro bewertet.

Constantia gibt gleichzeitig Makler-, Hausverwaltungs- und Projektentwicklungsgesellschaften ab. Die Bank gehört einer Turnauer Industriestiftung. Sie verwaltete vor der Veräußerung der Immobiliensparte ein Vermögen von rund 32 Mrd. Euro.

Mit dem Wechsel von der externen zur internen Verwaltung folgt die Immofinanz einem Trend. Im Oktober 2007 hatte die börsennotierte, österreichische Conwert Immobilien Invest ihren Manager Conwert Immobilienmanagement integriert. Vor allem ausländische Großaktionäre forderten, dass Immobiliengesellschaften sich selbst verwalteten, sagte Conwert-Chef Johann Kowar dem Handelsblatt. In Österreich wie in Deutschland lösten sich in den vergangenen Jahren Immobiliengesellschaften von Banken. So die CA Immo, heute zu 90 Prozent in Streubesitz, von der inzwischen zu Unicredit gehörenden Creditanstalt. In Deutschland verselbstständigten sich die von der Deutschen Bank initierten Deutsche Wohnen und Deutsche Euroshop.

Immofinanz machte in Deutschland durch den Bau von Luxuswohnungen in München und Köln aufmerksam. Mit Partner Frankonia werden dort rund 580 Mill. Euro investiert.

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