Immobilenkrise
Spaniens Hauspreise brechen ein

Nach Jahren des Booms rutschen die iberischen Bauunternehmen und Projektentwickler tief in die Krise. Ob die Immobilienbranche sich noch einmal fangen kann und weich landet, ist fraglich. Die Arbeitslosigkeit wird wohl erst einmal steigen.

MADRID. Die Hiobsbotschaften reißen nicht ab: Beinahe täglich berichten spanische Zeitungen über neue Konkurse von Wohnungsbau- und Immobilienunternehmen. Colonial, Cosmani, Habitat, Martinsa-Fadesa oder Detinsa lauten etwa die Namen der Opfer, die alle eines gemeinsam haben: Sie haben sich in den vergangenen Jahren zu sehr auf stetig steigende Wohnimmobilien-Preise verlassen, sind zu schnell gewachsen und haben sich dabei zu hoch verschuldet.

Doch mit der internationalen Finanzkrise stiegen die Zinsen, und die Kredite versiegten. Das schwächt zunächst die Nachfrageseite, denn die zum Bauen nötigen Hypothekenkredite sind teurer und rarer geworden. Zahlen des nationalen Statistikinstituts INE zufolge ging die Nachfrage nach Wohnungen im Januar um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Am schlimmsten traf es die Balearen und Katalonien mit mehr als 40 Prozent Minus. Eine ähnliche Dynamik zeigt sich bei Hypotheken: Wegen der geringeren Nachfrage nach Finanzierungen, aber auch wegen strengerer Anforderungen der Banken sank die Zahl der Immobiliendarlehen im Januar laut INE um 26 Prozent, das Kreditvolumen für Hypotheken um 28 Prozent.

Die schwache Nachfrage stürzt nun den hochverschuldeten Immobilienanbieter in die Krise. Es fehlt die nötige Liquidität, um Schulden zu bedienen, und die Banken verweigern eine Refinanzierung. Zunächst hatten Projektentwickler noch versucht, die Krise auszusitzen, in der Hoffnung, dass das Zinsniveau wieder sinken und die Nachfrage sich erholen werde. Doch stattdessen kündigt sich ein gigantischer Angebotsüberhang auf dem Wohnungsmarkt an. "In den vergangenen drei Jahren haben Bauunternehmen mit dem Bau von etwa zwei Millionen Wohnungen begonnen, die zu einem Zeitpunkt auf den Markt kommen, wenn demographische Faktoren und Kaufkraft weniger Appetit auf Wohnungskauf versprechen", weiß Javier Pérez de Azpillaga von Goldman Sachs.

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