Immobilien 2015
Wo der Kauf noch lohnt

In vielen Metropolen brechen Kaufpreise und Mieten alle Rekorde – wenn überhaupt noch interessante Objekte inseriert werden. Banker, Bestandshalter und andere Immobilienprofis sagen, ob die Rally 2015 weitergeht.
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DüsseldorfGerade zu Weihnachten rücken die Krisen der Welt wieder ins Bewusstsein der Menschen. Die Unruhen und Spannungen in der Ukraine, im Irak und in Syrien. Der Konfrontationskurs Wladimir Putins mit dem Westen und die drohende Wirtschaftskrise in Russland. Die Deflation in Japan. Die bislang ungelöste Wachstumskrise in der Eurozone und die politische Unsicherheit in Griechenland.

Aus Sicht der deutschen Immobilienbranche sind diese Krisen gut fürs Geschäft. Nach einer Analyse des Instituts der deutsche Wirtschaft (IW) sollen „die weltweiten Unsicherheiten die Nachfrage nach deutschen Immobilien steigern“. Das gelte vor allem für Wohnimmobilien: 47 Prozent der von IW befragten Unternehmen rechnen mit einem krisenbedingt positiven Nachfrageeffekt. „Der deutsche Immobilienmarkt wird immer noch als sicherer Hafen eingestuft, in den die Investoren in unsicheren Zeiten flüchten“, erklären die Analysten des IW.

Der Ankerplatz auf dem deutschen Immobilienmarkt ist allerdings ziemlich teuer geworden. Laut IW sind die Kaufpreise für Bestandswohnungen deutschlandweit seit 2010 um 19 Prozent gestiegen. München (plus 44 Prozent), Berlin (plus 39 Prozent) und Hamburg (plus 37 Prozent) führen die Liste der Metropolen an.

Steigen angesichts solch kräftiger Zuwächse Preise und Mieten weiter an? Lohnt angesichts solcher Zuwächse der Kauf auch im nächsten Jahr oder droht eine Preisblase? Handelsblatt Online hat knapp ein Dutzend Banker, Bestandshalter und Marktbeobachter zu ihren Markterwartungen für Wohnimmobilien befragt. Die Antworten der Immobilienprofis zeigen, womit Käufer, Eigenheim-Besitzer und Mieter im nächsten Jahr rechnen müssen.

Wie wird sich der Markt entwickeln und welche Trends gibt es?

Die meisten Befragten gehen positiv ins neue Jahr, der Boom der vergangenen Jahre dürfte sich aber verlangsamen. „Wir rechnen weiterhin mit steigenden Mieten und vor allem steigenden Kaufpreisen“, sagt Reiner Braun, Geschäftsführer des Marktforschers Empirica. „Allerdings werden die Zuwächse jetzt kleiner, mit Ausnahme von Berlin.“

Trotz der hohen Preissteigerungen der vergangenen fünf Jahre in den Metropolen ist die Deutsche Bank weiterhin optimistisch. Die höheren Preise ließen sich vor allem auf demografische Trends, die hohe Beschäftigung und ein Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage zurückführen.

Kommentare zu " Immobilien 2015: Wo der Kauf noch lohnt"

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  • @ klose:

    Ihr Rezept verfestigt, was Sie beklagen, und zwar dauerhaft.

    Ändern läßt sich das nur durch völlig freie Wohnungsmärkte, die solange mit Wohnraum versorgt werden, bis die Preise nicht mehr steigen - sondern fallen.

    Gilt dies auch nur prinzipiell, weil Politiker nicht ablassen, ihre Wähler zu betrügen mit Eingriffen in den Markt, bleibt es doch der einzig wirksame Weg zu einer Veränderung im Sinne der Mieter.

  • Wenn Sie sich besonders heftig aufregen möchten (aber Achtung: Bluthochdruck garantiert!!), empfehle ich Ihnen dazu die Dokumentation "Chronik einer Entmietung" aus einer der teuersten und (für mich) schönsten Städte Deutschlands - nämlich Heidelberg:
    http://www.youtube.com/watch?v=2FT8DCMtIm0
    Machen Sie sich klar, wer am ganz langen Ende für so etwas verantwortlich nicht: NEIN, nicht die Immobilien-Haie sondern die "Geldpolitik" der Zentralbanken!!

  • Was die Renditehoffnungen der Einen ist die Verdrängung der Anderen aus ihrem Zuhause durch unbezahlbare Mietsteigerungen.
    Insbesondere die Steigerungspotentiale in Berlin basieren in den Innenstadtvierteln in erheblichem Mass auf der Verdrängung der Bestandsmieter.
    Die mögen das allerdings überhaupt nicht, weshalb u.a. der bisherige Bausenator Müller (SPD) schon letztes Jahr die Sperrfrist für die Eigenbedarfskündigung nach Privatisierung von drei auf zehn Jahren ausgedehnt hat.
    Auch wenn das in der Praxis keine allzugrossen Auswirkungen haben dürfte, ist es doch ein erster sichtbarer Schritt der politischen Gegenwehr, insbesondere weil der damalige Bausenator mittlerweile zum regierenden Bürgermeister aufgestiegen ist und den Erhalt von bezahlbarem Wohnraum zu seinem zentralen Anliegen erklärt hat.
    Nicht wenige Vermieter, Makler etc. haben entsprechende Entmietungsstrategien entwickelt, nicht selten auch jenseits der juristischen Grauzone, also illegal, aber der Widerstand dagegen wächst. Nicht selten handelt es sich um Altbauten, die von den Hausbesetzern in den siebziger und achziger Jahren in harten Auseinandersetzungen mit den spekulativen Besitzern vor dem Abriss bewahrt wurden. Dieselben Leute sind jetzt die Mieter, die für die erhofften Renditen vertrieben werden müssten. Die haben entspechende Erfahrung in Widerstandsstrategien.
    Also Vorsicht, wenn die Renditeträume allzu rosig ausfallen, da stehen erstmal Diejenigen dagegen, die sie aus ihrer Haushaltkasse berappen oder schlicht aus dem Weg geräumt werden sollen.

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