Immobilien-Anlage
Konkurrenz der Käufer treibt die Preise hoch

Immobilien-Anleger haben Pflegeheime entdeckt. Der demographischen Wandel sowie der Mangel an lukrativen Investmentalternativen lassen Nachfrage und Preise steigen.

HB DÜSSELDORF. Die Branche reagiert mit neuen Angeboten. Jüngste Beispiele: Die Hamburger LB Immo Invest legt in diesem Monat einen Pflegeheim-Fonds auf, mit dem sie 250 Mill. Euro bei institutionellen Anlegern einsammeln und 500 Mill. Euro investieren will. So weit ist die Immac-Gruppe aus Rendsburg, die Pflegehäuser bisher als geschlossene Immobilienfonds vermarktet, noch nicht. Ihr liegt jedoch die Finanzierungszusage einer amerikanischen Bank für einen maximal 500 Mill. Euro schweren Fonds mit bis zu 70 Prozent Fremdfinanzierung vor. Im Unterschied zu dem LB-Immo-Invest-Produkt wird dieser Fonds nicht dem Investmentgesetz und somit nicht der deutschen Finanzaufsicht unterliegen. Sireo Real Estate schickte im vergangenen Jahr einen 500 Mill. Euro investierenden Pflegeheim-Fonds nach luxemburgischem Recht (SICAV) ins Rennen. Nachdem 330 Mill. Euro investiert sind, erwägen Sireo und die Investoren, den Fonds aufzustocken.

Niedrige Renditen auf den Märkten für Büro- und Einzelhandelsimmobilien sind ein Grund für das wachsende Interesse an Betreiberimmobilien, zu denen neben Hotels auch Pflegeimmobilien gehören. „Die Investoren reagieren auf die fallenden Renditen“, sagt Fabian Klein, Chef der Investmentabteilung des Beraters CB Richard Ellis in Deutschland. Gute Büro-Objekte werfen nach seiner Beobachtung nur Renditen „mit einer Vier vor dem Komma“ ab. Die einfache Wahrheit: Wer nichts riskiert, kann nichts gewinnen. Betreiberimmobilien sind riskanter, versprechen aber höhere Renditen. LB Immo Invest stellt für ihren Fonds 6,75 bis sieben Prozent in Aussicht.

Als Risiko gelten die Betreiber der Pflegeeinrichtungen. Ihr Ruf hat nach Pannen, Pech und Pleiten in den 1990er-Jahren gelitten. Commerz Grundbesitz Spezialfonds (CGS) soll die Auflage eines Pflegeimmobilienfonds mangels Vertrauen in die Betreiberszene abgeblasen haben, wie kolportiert wird. Ein CGS-Sprecher bestätigt, dass im Herbst 2005 die Auflage eines 500 Mill. Euro schweren Pflegeimmobilien-Fonds „intensiv“ geprüft, aber verworfen worden sei. Wettbewerber DB Real Estate (DBRE) ging im September 2005 mit dem „Health Care I“ ins Rennen. Doch der Ankauf für den Fonds mit einem geplanten Investitionsvolumen von 300 Mill. Euro läuft offenbar schleppend. Bisher wurden fünf Objekt für 53 Mill. Euro erworben. Der Wettbewerb um Pflegeheimobjekte habe stark zugenommen, sagte ein Sprecher der Gesellschaft (siehe „Nur wenige stehen zum Verkauf“).

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