Immobilien
Baugeld: Inflation macht Darlehen bis zu 50 000 Euro günstiger

Wenn die Wirtschaft wieder anspringt, droht eine Inflation. Was bei Geldanlegern für Sorgenfalten auf der Stirn sorgt, wird für Immobilienbesitzer bei der Finanzierung zum Vorteil. Ihr Geld ist sicher angelegt und real sparen sie mehrere zehntausend Euro. Was Häuslebauer und Investoren in Zeiten ansteigender Teuerungsraten wissen sollten.

DÜSSELDORF. Aktuell gibt es viele Gründe, ein Haus zu kaufen. Die Preise für Immobilien sind günstig und die Zinsen liegen nahe dem historischen Tiefstand. Zusätzlich locken Steuervorteile und staatliche Förderung. Ein gutes Objekt in der richtigen Lage kann auch in Zukunft deutlich an Wert gewinnen. "Mit Blick auf die zukünftige Wirtschaftsentwicklung wird ein Investment in Stein und Beton noch einmal deutlich attraktiver", sagt Max Herbst, Inhaber der Frankfurter Finanzberatung FMH.

Dies gilt vor allem mit Blick auf die Preisentwicklung: Wenn die Konjunktur in einigen Jahren wieder anspringt, droht eine Inflation. Aktuell liegt der Satz laut statistischem Bundesamt bei 0,70 Prozent. Wenn die Inflationsrate deutlich ansteigt, profitieren Kreditnehmer zumindest indirekt. Der Mechanismus funktioniert wie folgt: Aktuell kosten Baudarlehen mit einer Laufzeit von zehn Jahren im Schnitt 4,4 Prozent. Abzüglich der aktuellen Inflationsrate zahlt der Kunde real nur 4,37 Prozent. Da die Konditionen während der Zinsbindungsfrist gleich bleiben, wirkt sich eine steigende Inflation positiv auf die realen Kosten für den Kredit aus. Bei durchschnittlich drei Prozent Inflation werden real also nur noch 4,27 Prozent fällig.

Immobilien als sichere Wertanlage

In einer solchen Gesamtrechnung sinken die inflationsbereinigten Kosten für das Darlehen enorm. ein Beispiel verdeutlicht dies: Ein Darlehen über 200 000 Euro mit einer Laufzeit von 20 Jahren kostet bei einem Nominalzins von 4,75 Prozent und drei Prozent Tilgung real 310 000 Euro für Zins und Tilgung innerhalb dieser 20 Jahre bis zur Entschuldung.

Rechnet man die aktuelle Inflationsrate von 0,70 Prozent ein, sinkt der Wert bereits auf 289 000 Euro. "Wenn die Inflation auf durchschnittlich zwei Prozent steigt, sinken die realen Kosten auf 257 600 Euro, bei drei Prozent sogar auf 235 700 Euro", sagt Herbst. Noch höher wäre der Vorteil, wenn die Inflation durchschnittlich auf fünf Prozent steigen würde. Die Zins- und Tilgungsleistungen hätten dann nur noch eine Werthaltigkeit von 199 000 Euro, also weniger als die ursprüngliche Darlehenshöhe. "Immobilien sind bei absehbar steigender Teuerungsraten ein gutes Investment", sagt Herbst deshalb. "Häuser und Wohnungen sind von der Inflation traditionell kaum betroffen und bleiben wertstabil."

Jens Hagen
Jens Hagen
Handelsblatt / Redakteur
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